1990 stieg Homm bei der Deutschlandtochter der Schweizer Bank Julius Bär. 1993 machte er sich mit der Firma Value Management & Research (VMR) selbstständig, die er 1998 an die Frankfurter Börse brachte – wie so vieles andere auch. „Ich war eine wichtige Figur bei 60 Börsengängen“, sagte Homm. Es war die Boomzeit des Neuen Marktes. Auf dem Höhepunkt des deutschen Tech-Bubbles war seine VMR an der Börse 500 Millionen Euro wert – und stürzte ab, als die Blase geplatzt war.
Seine ersten Hedgefonds RR Fund und EVT Fund verwaltete er bis Januar 2001. Er feierte sie als großartige Performance-Renner, doch am Ende wurde sie still und leise eingestellt. Ein so genannter „Stockpicker“-Fonds, der sich auf die Fahnen geschrieben hatte, an der deutschen Börse die Rosinen herauszupicken, hatte als wichtigstes Investment ganz banal die „Volksaktie“ der Deutschen Telekom.
In den Homm-Stories fehlte selten der Hinweis auf seine Herkunft aus gutem Hause. Er sei ein Großneffe des Versandhauskönigs Josef Neckermann. Seine Großmutter war die Schwester des Patrons. Doch Homm wuchs tatsächlich in kleinbürgerlichen Verhältnissen auf, sein Vater hatte einen Handwerksbetrieb und Florian musste sein Taschengeld auf dem Bau verdienen.
Nachdem ein Kunde der Schweizer Firma United Zurichfinance, einem Unternehmen aus dem Homm-Imperium, im Jahr 2003 über die Gerichte sein Geld wieder einklagen wollte und einen Zahlungsbefehl über 5,5 Millionen Franken schickte, meldete die Firma kurzerhand Konkurs an.
Homm gründete im August 2004 die ACM als Fondsmanagerfirma mit Sitz auf den Cayman-Inseln und brachte wenig später über seine frühere Fondsverwaltungsfirma FM Funds Management Ltd. verschiedene Vermögenswerte ein, die zunächst auf 22,9 Millionen Euro taxiert wurden. Ein Jahr später musste der Betrag auf 6,1 Millionen Euro korrigiert werden.
Zwischen Pool und Palmen
„Ich bin ein Krieger!“, posaunte Homm in einem Interview, er schien sich in der Buhmannrolle zu gefallen. In seiner Villa C‘an Girasol auf den Hügeln über Palma de Mallorca präsentierte er sich als „Zerleger von Malle“. Klatschreportern zeigte er in der Garage den Rolls Royce Corniche Cabrio. Seine Frau Susan, eine dunkelhaarige Schönheit mit amerikanischem Pass, führte durch die Impressionisten-Sammlung im Haus und gönnte einen Blick in des Meisters Arbeitszimmer mit Billardtisch. Zwischen Pool und Palmen durften Besucher den atemberaubenden Blick auf die Bucht von Palma genießen. Zweimeter-Mann Homm paffte dabei eine „Monte Cristo“ und philosophierte über seine nächsten Angriffsziele.
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