Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit des hochverschuldeten Griechenlands auf Ramschstatus herabgestuft. Die Bonität des Mittelmeerstaates werde nur noch mit "Ba1" bewertet, teilte die Agentur am Montag mit. Zuvor hatte sie sie mit "A3" geratet. Um eine Umschuldung werde das südeuropäische Land allerdings herumkommen, zeigte sich Moody's zuversichtlich. Der Ausblick sei stabil, teilte die Agentur mit.
Credit Default Swaps (CDS) auf griechische Staatsanleihen stiegen in der Folge um 15 auf 740 Basispunkte. Damit kostete es 740.000 Euro, um sich für ein Jahr gegen den Ausfall von Griechenland-Krediten im Volumen von 10 Millionen Euro zu versichern.
Der Euro gab nach der Herabstufung zum Dollar etwas nach: Die Gemeinschaftswährung kostete nur noch knapp 1,225 Dollar und damit etwa einen halben Cent weniger als vor der Herabstufung. Die US-Standardwerte im
Dow Jones büßten ihre Tagesgewinne fast komplett ein und beendeten den Handel 0,2 Prozent im Minus bei 10.190 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel ebenfalls 0,2 Prozent auf 1089 Zähler.
Moody's begründete den Schritt damit, dass von den Bedingungen für das 110 Milliarden Euro schwere Hilfspaket der Euro-Zone und des Internationalen Währungsfonds (IWF) an die Griechen große Risiken für das schuldengeplagte Land ausgingen. Schließlich werde Athen zum Sparen gezwungen, was das Wirtschaftswachstum bremst. Den Ausblick schätzt Moody's aber weiter als stabil ein.
Moody's-Analystin Sarah Carlson begründete die Absenkung mit "beträchtlichen" makroökonomischen Risiken und Umsetzungsgefahren, die mit dem Hilfsprogramm im Zusammenhang stünden. Es sei unsicher, wie sich das auf das Wachstum auswirkten. Diese Ungewissheit sei besser mit einem "Ba1"-Rating in Einklang zu bringen. Dieses berücksichtige das "größere, obgleich niedrige Risiko einer Pleite".
Bereits im April hatte die Ratingagentur Standard & Poor's Griechenlands Kreditwürdigkeit auf "BB+" und damit ebenfalls auf Ramschstatus herabgestuft. Nach diesem Schritt hatte sich die Schuldenkrise des Landes deutlich zugespitzt. Die Ratingagentur Fitch wiederholte am Montagabend dagegen Aussagen von Anfang Mai, wonach die derzeit keine Pläne hat, Griechenlands Rating zu senken. Derzeit stuft Fitch Griechenland mit "BBB-minus" ein, was bei Fitch gerade noch Investmentstatus bedeutet. Eine Herabstufung auf "Junk" ist auch deshalb problematisch, weil dann einige Investoren aufgrund ihrer eigenen Vorgaben gezwungen werden, sich von solchen Papieren zu trennen. Fitch will bis zum Jahresende abwarten, um die Spar-Bemühungen der griechischen Regierung und damit die Bonität des Landes neu einzuschätzen.
Aus dem griechische Finanzministerium hieß es, die Herabstufung durch Moody's spiegele in keiner Weise den Fortschritt und die Perspektiven des Landes wider. Griechenland will bis 2013 rund 30 Milliarden Euro sparen, um einen Staatsbankrott abzuwenden. Dafür werden unter anderem Löhne im öffentlichen Dienst gekürzt, und es gibt Einschnitte bei Pensionen und Renten. Dadurch will sich Griechenland das 110 Milliarden Euro schwere Hilfspaket sichern.
Analysten reagierten nicht überrascht auf den Schritt von Moody's. Die Auswirkungen dürften minimal sein, sagte Marc Chandler von Brown Brothers. Das liege daran, dass Moody's nicht die erste Agentur sei, die ihr Rating für Griechenland gesenkt habe. Zudem sei der Ausblick weiterhin stabil und dank des Hilfspakets müsse sich Griechenland zunächst nicht mehr über die Finanzmärkte refinanzieren.





















