Die Bank of England (BoE), die Europäische Zentralbank (EZB) und die Federal Reserve (Fed) ringen um geldpolitischen Kurs. Alle drei senkten im Zuge der Krise den Leitzins und kauften Wertpapiere auf. Inzwischen erholt sich die Weltwirtschaft. Der Ausblick ist aber ungewöhnlich unsicher. Das führt innerhalb der Zentralbanken zu heftigen Debatten, wann und wie die Geldpolitik gestrafft oder im Gegenteil sogar gelockert werden sollte.
Im geldpolitischen Rat der BoE geht es wild durcheinander. Ratsmitglied Spencer Dale setzt sich für ein Stillhalten ein, empfiehlt aber mit Blick auf die Teuerung "außergewöhnliche Wachsamkeit". Andrew Sentance stimmte gegen die vergangene Zinsentscheidung und fordert eine Zinserhöhung. David Miles wiederum sprach sich vergangenen Monat für eine Wiederaufnahme der Staatsanleihenkäufe aus, "um der Wirtschaft zu helfen".
Die BoE kämpft mit schwachem Wachstum bei gleichzeitig höherer Inflation. Seit März übersteigt die Teuerungsrate das Ziel der Notenbank von 3,0 Prozent. Im Juni lag die Teuerung bei 3,2 Prozent. Die Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal mit 1,1 Prozent. Indikatoren zu Dienstleistungen, dem verarbeitenden Gewerbe und der Bauwirtschaft deuten indes auf eine Verlangsamung hin. Gefangen in diesem Dilemma beließ die BoE den Leitzins am Donnerstag auf dem historischen Tief von 0,5 Prozent.
Die EZB musste wegen der Griechenland-Krise ihren Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik verschieben - und rang sich sogar zu Staatsanleihenkäufen ab Mai durch. Da sich die Situation etwas entspannt - der Euro legte seit Juni rund zehn Prozent zu -, könnte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet nun den zweiten Anlauf in Richtung Exit nehmen, sagte Klaus Baader, Volkswirt bei Société Générale.
Das zeichnet sich schon jetzt ab. Zuletzt kaufte die EZB nur noch Bonds im Wert von 81 Millionen Euro auf, nachdem es in der ersten Woche des Programms noch 16,5 Milliarden Euro gewesen waren. Allerdings dürfte Trichet sehr behutsam vorgehen. "Sie werden vorsichtig sein und die Banken langsam von der Liquidität entwöhnen", sagte Société-Générale-Experte Baader. Den Leitzins beließ die EZB am Donnerstag auf dem historischen Tief von 1,0 Prozent.




















