Die Koschenilleschildlaus ist gut einen halben Zentimeter lang. Sie lebt genügsam auf Kakteen, ist vor allem in Südamerika beheimatet, fürchtet Marienkäfer - und Erntehelfer. Denn wenn man rund 70.000 Stück von ihnen kocht und zerquetscht, fällt rund ein halbes Kilo leuchtend rote Farbe aus: ein Karminrot, mit dem allerlei Dinge koloriert werden.
Läuseblut in roten Lippenstiften, in roten Getränken, auf roten Käserinden, in Gläserkirschen oder dem Essen - was klingt wie eine urbane Legende, stimmt tatsächlich und gehört zu den Lieblingsgeschichten von Philip Dicken, Fondsmanager für Nebenwerte bei der britischen Fondsgesellschaft Threadneedle. "Konsumenten wollen keine synthetisch, sondern natürlich produzierte Lebensmittel wie Karminrot, und das in immer mehr Bereichen. Unternehmen, die auf diesen Transmissionsprozess spezialisiert sind, genannt wird das Clean Labeling, haben künftig Wettbewerbsvorteile", argumentiert Dicken.
Als Beispiel nennt er
Nestlé und eines der bekanntesten Produkte des Schweizer Konzerns: Smarties. Nestlé habe früher eine Palette künstlicher Farbstoffe verwendet, nutzt inzwischen aber nur noch natürliche Inhaltsstoffe für die Schokolinsen. Zwischenzeitlich hatte man gar die blauen Smarties aus den Packungen verbannt, zu kompliziert war die natürliche Färbung. Inzwischen ist man aber fündig geworden.
Threadneedle Pan European Smaller Companies
Stärken Der Fonds schneidet seit Jahren ständig besser als Vergleichsindex und Wettbewerber ab. Das Management berücksichtigt bei der Aktienauswahl neben unternehmensspezifischen Aspekten und Bewertungskennziffern auch gesamtwirtschaftliche Perspektiven sowie langfristige Megatrends. Unter dem Strich hebt sich der Fonds so deutlich von seinem Vergleichsindex ab.
Schwächen Wie bei Nebenwerten üblich weist der Fonds eine hohe Volatilität des Anteilspreises auf, was für eine längerfristige Haltedauer spricht.
Portfolio Derzeit sind im Fonds Finanzwerte nur mikroskopisch vertreten (2,8 Prozent gegenüber 20 Prozent im Vergleichsindex), hingegen Industrie- und Gesundheitswerte stark übergewichtet. Ein Länderschwerpunkt ist Deutschland. Die zehn größten Werte - darunter MTU, Brenntag, Gerresheimer - sind mit je rund zwei Prozent annähernd gleich gewichtet.
Zwar passt Nestlé aufgrund seiner schieren Größe nicht in das Beuteschema von Dicken: Zu groß ist der Börsenwert für den Nebenwertefonds des Briten. Das Motiv lässt sich aber auch anders nutzen - etwa über den deutschen Weltmarktführer in der Chemielogistik, Brenntag, einer der größten Positionen im Fonds.
In seinem Metier europäische Nebenwerte ist Dicken trotz seines noch jungen Alters von 37 Jahren einer der Besten seines Fachs: Kein anderer Fondsmanager erzielte über fünf Jahre eine höhere Rendite. In vier der vergangenen fünf Jahre lag er sowohl vor den Wettbewerbern als auch seinem Vergleichsindex, wofür ihn die Fondsratingagentur Morningstar mit der Höchstnote "Fünf Sterne" dekoriert.























