Der schlechtere Konjunkturausblick der US-Währungshüter hat Investoren am Mittwoch weltweit aus riskanten Anlagen getrieben. Die Aktienkurse brachen rund um den Globus ein, im Gegenzug parkten Anleger ihre Gelder in Staatsanleihen vieler Länder Europas sowie der Vereinigten Staaten, wobei sie teilweise so wenig Rendite verlangten wie noch nie. Unter den Währungen waren besonders der
Dollar und der japanische
Yen sehr beliebt, der
Euro stürzte ab.
"Die Anleger auf Aktienmärkten folgen denen am Rentenmarkt", sagte Claudia Windt, Analystin bei der Helaba. Bondinvestoren waren in den vergangenen Wochen bereits von Tag zu Tag pessimistischer geworden, während die Aktienmärkte erst seit Freitag leicht korrigieren.
Ausgelöst hatte den Umschwung die US-Notenbank Fed am Dienstag. Sie äußerte sich skeptischer als zuvor über die Lage der US-Wirtschaft und kündigte weitere Hilfen für die Wirtschaft an. Zuvor hatten einige US-Notenbanker sogar davor gewarnt, die USA könne in "japanische Verhältnisse" mit Deflation und anhaltend niedrigem Wachstum rutschen.
Der deutsche Aktienindex
DAX verlor am Mittwoch 2,1 Prozent auf 6154 Zähler und hat somit binnen nur zwei Handelstagen die zuvor binnen drei Wochen mühsam erkämpften Kursgewinne wieder abgegeben. Noch am Freitag hatte er ein Jahreshoch von 6386 Punkten erreicht. "Jetzt rächt sich, dass die Kursgewinne der letzten Wochen auch nur unter sehr dünnen Umsätzen zustande kamen", erklärte ein Aktienhändler. "Nun hat auch der Letzte verstanden, dass der Konjunkturaufschwung nicht selbsttragend ist", sagte Markus Wedel, Aktienexperte des Handelshauses Jefferies.
Auch andere Aktienmärkte verloren deutlich: Der Londonder
FTSE 100 fiel 2,4 Prozent, für den CAC 40 ging es in Paris 2,7 Prozent abwärts, und in den USA gab der
S&P-500-Index für Standardwerte bis zum Abend 2,5 Prozent und die Technologiebörse Nasdaq zeitweise mehr als drei Prozent ab. Klaus Stabel, Leiter Research der ICF Kursmakler, macht für den jüngsten Rutsch aber auch die Nachrichten aus Fernost mitverantwortlich. "Die Expansionseuphorie in China hat zuletzt etwas nachgelassen, weil das Land erkennbar auf der Bremse steht."





















