07.06.2010
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Auch in Europa ging es abwärts: Der deutsche Leitindex Dax fiel zwischenzeitlich um 0,9 Prozent auf 5883 Punkte.
Auch in Europa ging es abwärts: Der deutsche Leitindex Dax fiel zwischenzeitlich um 0,9 Prozent auf 5883 Punkte.
Foto: Getty

Europas Schuldenkrise

Angst um Ungarn lässt Börsen einbrechen

Die Sorge, dass die griechische Krankheit auf Ungarn übergreift, schlägt auf die Kurse. Der Nikkei fiel so stark wie seit 14 Monaten nicht mehr. In Europa geht der Ausverkauf weiter. Der Euro rutschte erstmals seit vier Jahren unter 1,19 Dollar.

Die Angst vor einem Übergreifen der europäischen Schuldenkrise und ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht haben die asiatischen Börsen sowie den Euro stark belastet. Der japanische Nikkei 225 brach mit 3,8 Prozent so stark wie seit 14 Monaten nicht mehr ein, der koreanische Kospi gab 1,6 Prozent nach, und der australische ASX 200 fiel um 2,8 Prozent. Der Der Euro rutschte auf das Vierjahrestief von 1,1877 Dollar.

Auch in Europa ging es abwärts: Der deutsche Leitindex Dax fiel um 0,9 Prozent auf 5883 Punkte. Der Stoxx 600 gab in der Spitze um 2,2 Prozent nach. Der ungarische Index Bux verlor 1,4 Prozent. "Es ist die Ansteckungsgefahr, die die Märkte umtreibt. Es gibt keine guten Nachrichten. Wir kommen aus dem Krisenmodus nicht heraus", sagte Jackson Wong, Vice President beim Brokerhaus Tanrich Securities.

Ungarische Regierungsvertreter hatten am Freitag die Finanzmärkte mit Aussagen alarmiert, es könne in dem osteuropäischen EU-Land zu einer Krise wie in Griechenland kommen. Am Wochenende bemühte sich die Regierung um Beruhigung. Diese Einschätzung sei übertrieben, hieß es in Budapest. In den USA wiederum bauten die privaten Unternehmen im Mai nur 41.000 neue Stellen auf. Das war weit weniger als erwartet. Am Freitag hatte das den US-Index Dow Jones um 3,2 Prozent auf 9931 Punkte gedrückt.

"Die Arbeitsmarktdaten haben die Stimmung verändert. Sie bestätigten, dass sich der Aufschwung in den USA verlangsamen könnte", sagte Hiroaki Osakabe, Fondsmanager bei Chibagin Asset Management. "Die Entwicklung in den USA fällt zusammen mit der europäischen Schuldenkrise. Beides führt zu einem ziemlichen Verkaufsdruck."

Die internationale Politik findet keine gemeinsamen Antworten. Das wurde auf dem Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der G20-Staaten im südkoreanischen Busan deutlich. Während die USA von den Ländern mit Handelsbilanzüberschüssen eine expansive Fiskalpolitik zur Belebung der Weltwirtschaft fordert, aber auch selbst erst "auf mittlere Sicht" sparen will, sind die Europäer auf Haushaltskonsolidierung programmiert. Der Vorstoß der Amerikaner richtet sich insbesondere an Deutschland. Doch die Ermahnung von US-Finanzminister Timothy Geithner an die Adresse Berlin, den heimischen Konsum anzukurbeln, findet kein Gehör. Das Bundeskabinett verhandelt stattdessen über Einsparungen.

Investoren lösen riskante Positionen auf. Das führt unter anderem zu einem Ausverkauf bei Rohstoffen: Die Preise für Kupfer, Nickel und Blei gingen zurück. Der Kupferpreis, der als Indikator für die Weltwirtschaft gilt, lag am Montag bei 6100 Dollar je Tonne. Das sind 24 Prozent weniger als noch im April. US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich um bis zu 2 Dollar je Fass auf 69,51 Dollar je Barrel (159 Liter) und notierte später bei 70,74 Dollar. Seit dem 3. Juni gab WTI um 5,2 Prozent nach.


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Quelle: FMH-Finanzberatung
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