Er ist der Ursprung der Finanzkrise und stellt noch immer eine so große Gefahr dar wie zu deren Beginn: der Preisverfall am amerikanischen Immobilienmarkt. Zwar beherrscht derzeit die brisante Gemengelage aus dauerhaft hoher Arbeitslosigkeit, Rezessionsgefahr und Dollar-Schwäche die Schlagzeilen in den USA und anderswo. Dennoch, so fürchten Experten: Sind die Hilfsmaßnahmen der Regierung für den heimischen Häusermarkt erst einmal ausgelaufen, könnte sich die Lage wieder dramatisch verschlechtern. Mit allen Konsequenzen auch für die Banken des Landes, die auf faulen Immobilienkrediten sitzen oder unfreiwillig Besitzer zwangsgeräumter Häuser geworden sind.
Die Vorboten gibt es bereits. So ging im Juni die Zahl der Hausverkäufe in den USA im Vergleich zum Mai um 2,6 Prozent zurück - Experten hatten einen Anstieg von vier Prozent vorhergesagt. Und sie hatten ja eigentlich auch Grund zur Zuversicht, dass sich der Markt wieder erholt. Denn schließlich war ihm einmal mehr "Mr Hoffnung" persönlich zu Hilfe geeilt.
Eine Steuererleichterung von bis zu 8000 Dollar hatte US-Präsident Barack Obama erstmaligen Hauskäufern bis April gewährt. Eine Maßnahme, die zusammen mit den durchaus attraktiven, weil niedrigen Einstiegspreisen die Zahl der Hausverkäufe und auch die Preise zeitweise beflügelte. Nach dem Auslaufen der Steuererleichterung allerdings brach die Zahl der Hausverkäufe umgehend wieder ein - im Juni gegenüber dem Vergleichsmonat von 2009 sogar um 19 Prozent.
Jetzt gehen Fachleute von einem erneuten Preissturz in der zweiten Jahreshälfte aus. Celia Chen, Immobilienspezialistin bei Moody's Economy, einer Tochter der gleichnamigen Ratingagentur, nennt als weiteren Grund ein anderes staatliches Hilfsprogramm, das hinter seinen hohen Zielen zurückgeblieben sei. "Es gibt noch viele Hausbesitzer, deren Immobilie noch nicht zwangsversteigert wurde, weil sie bei der Ratenzahlung vom Staat gestützt wurden", erklärt Chen mit Blick auf das 50 Milliarden Dollar teure Programm der Regierung.
Zwar haben 1,3 Millionen Amerikaner die Hilfe in Anspruch genommen. Dennoch können nur 30 Prozent von ihnen wieder ihre Raten zahlen - zu desaströs ist ihre Lage. "Der Großteil muss nun doch sein Haus verlassen. Diese Immobilien kommen in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt", sagte Chen.































