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10.01.2012
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Axel Retz
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Investor-Artikel

Axel Retz

Die wundersame Alchemie der Finanzen

von Axel Retz

Neues Spiel, neues Glück. Während die fundamentale Lage insbesondere bei den Währungen diffizil bleibt, stehen in ausgesuchten Börsensegmenten vielversprechende Ausbruchssignale bevor.

Axel Retz ist seit mehr als 25 Jahren Chefredakteur von Börsenmagazinen und Börsendiensten und betreibt das Portal  private-profits. Konservative Anleger finden dort seit Jahren bewährte, treffsichere Strategien zur Outperformance der Märkte in Hausse- und Baissephasen. Aggressivere Trader finden alle notwendigen Tools, um mit kleinem Einsatz kurzfristige Gewinne zu erzielen. "Phasen, in denen sich keine Gewinne erzielen lassen, das sind die Seitwärtsmärkte. Aber sie sind nichts anderes als Unterbrechungen im Trendverhalten. Technische oder fundamentale Analyse? Für mich macht es die Mischung!"

Wenn Sie erwartet haben, dass ich hier zu den Vorgängen um den Bundespräsidenten Stellung nehme, muss ich Sie enttäuschen. Das hochnotpeinliche "Gutt-Bye" des vergangenen Jahres hat meinen Bedarf an Derartigem hinreichend gedeckt. Sehen wir uns lieber an, was sich zum Jahreswechsel ereignet hat und wo die aussichtsreichsten Sondersituationen warten.

Der kleine Lord, Aschenbrödel, Sissy, Miss Sophie und James und all die anderen telegenen Wiedergänger sind wieder in der Versenkung versunken, die letzten Böller verschossen, die ersten Geschenke umgetauscht und die ersten guten Vorsätze bereits gebrochen. Dass wir Aschenbrödel die drei Nüsse gönnen, klar. Und einige von uns sehnen sich in die Zeit zurück, in der sie noch an Märchen geglaubt haben. Auch der sich aufgeklärt wähnende Durchschnittserwachsene ist davon weniger weit entfernt als er annimmt. Natürlich glaubt er nicht, dass die Müllerstochter im Rumpelstilzchen Stroh zu Gold spinnen kann, wohl aber, dass die Notenbanken aus Nichts Geld spinnen können. Und nur, weil und solange das Kollektiv daran glauben, kann und wird diese wundersame Alchemie der Finanzen auch Bestand haben.

2011 endete mit zwei von den meisten Marktteilnehmern gar nicht realisierten scheinbaren Absurditäten. Erstens: Der deutsche Aktienmarkt schloss deutlich im Minus, obwohl die Gewinnausweise der Unternehmen, die Zinssituation und auch die nur minimal eingetrübten Zukunftserwartungen kaum besser sein könnten. Zweitens: Die EZB flutete die Geldinstitute mit einer noch nie dagewesenen Liquidität und begründete das, trotz der historisch beispiellosen Kreditexzesse der vergangenen Jahre, ausgerechnet mit dem Risiko einer Kreditklemme.

Was die Banken mit diesem Geld machen? Sie parken es wieder bei der EZB. Am vergangenen Freitag erreichten die bei der Notenbank in sogenannten Overnight-Geschäften hinterlegten Einlagen mit 455,3 Mrd. Euro den höchsten jemals gemessenen Stand. Woraus wir zweierlei ableiten können: Ohne ausreichendes finanzielles Polster wollen die Banken nicht mehr unterwegs sein, selbst wenn sie mit dem Ausleihen und wieder Anlegen bei der EZB ein Minusgeschäft eingehen. Und: Das Misstrauen der Banken untereinander ist heute noch ausgeprägter als nach der Lehman-Pleite. Zumindest der Bankensektor startet also ausgesprochen schwach ins neue Jahr. Wie sieht es sonst aus?


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Quelle: FMH-Finanzberatung
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