26.02.2010
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George Soros warnt vor einem Zusammenbruch der Euro-Zone.
George Soros warnt vor einem Zusammenbruch der Euro-Zone.
Foto: reuters

Krise der Gemeinschaftswährung

Hedge-Fonds hecken Euro-Attacke aus

von Tobias Bayer, Frankfurt

Seit Wochen lastet die Griechenland-Krise auf dem Euro. Große Investoren versuchen davon zu profitieren: Bei einem Dinner in New York soll die Elite der Hedge-Fonds-Branche das diskutiert haben - dabei auch George Soros' Firma.

Einige der größten Hedge-Fonds der Welt attackieren den Euro. Auf einem Treffen am 8. Februar in Manhattan sollen Vertreter von SAC Capital, Soros Fund Management und Brigade Capital über Strategien gesprochen haben, wie sie von den Spannungen innerhalb der Euro-Zone profitieren könnten, berichtet das "Wall Street Journal". Eine der Thesen der Hedge-Fonds-Elite: Der Euro könnte mittelfristig auf Parität zum Dollar fallen.

Veranstaltet wurde das "Ideen-Dinner" laut der Zeitung von dem Investment- und Brokerhaus Monness, Crespi, Hardt & Co. Anwesend soll auch David Einhorn, Gründer von Greenlight Capital, gewesen sein. Einhorn war einer der pointiertesten Kritiker der Investmentbank Lehman Brothers, die im September 2008 zusammenbrach.

Wortführer an dem Abend soll SAC-Capital-Manager Aaron Cowen gewesen sein. Er soll sämtliche Lösungsansätze für das Griechenland-Problem als negativ für den Euro eingeschätzt haben, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Die Handelsposition von SAC ist nicht bekannt. Hedge-Fonds-Legende George Soros, selbst wohl nicht anwesend, äußerte sich mehrmals öffentlich kritisch zur Aussicht für die Währungsunion. Er sagte, es bestehe die Gefahr, dass die Euro-Zone zusammenbreche.

Das Treffen fällt zeitlich mit einem rapiden Anstieg der Euro-Nettoverkaufspositionen an den Terminmärkten zusammen. Just in dieser Woche kletterte Anzahl der Kontrakte, mit der Händler an der Chicago Mercantile Exchange (CME) auf einen Kursverfall des Euro wetteten, auf 60.000. Das sei der höchste Wert seit Einführung der Gemeinschaftswährung, schrieben die Währungsstrategen von Morgan Stanley in einem Researchbericht. Drei Tage nach dem Dinner-Termin fiel der Euro unter die Marke von 1,36 Dollar.

Der Euro befindet sich seit Wochen auf Talfahrt. Notierte die Gemeinschaftswährung im Dezember noch bei 1,51 Dollar, so wird sie momentan bei rund 1,35 Dollar bis 1,36 Dollar gehandelt. Als Argument für die Euro-Schwäche führen Banken und Investmenthäuser die Schuldenkrise Griechenlands an. Die Hellenen ächzen unter einem Haushaltsdefizit von 12,7 Prozent und kämpfen gegen einen Verlust ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

Das führte zu einem rasanten Anstieg der Risikoaufschläge bei Staatsanleihen und Kreditderivaten (Credit Default Swaps, CDS): Der Spread auf fünfjährige griechische CDS erreichte zuletzt 391 Basispunkte. Zum Vergleich: Zu Jahresbeginn hatte der Wert laut dem Datendienstleister Markit bei 282 Basispunkten gelegen.

Es ist rechtlich nicht verboten, dass Hedge-Fonds die gleichen Wetten abschließen. Problematisch wäre es allerdings, wenn sie konzertiert handelten. Ein solches Vorgehen wurde bisher von den Aufsichtsbehörden aber nicht beanstandet.

Regierungen - allen voran Deutschland und Frankreich - greifen die Spekulanten an. Allerdings konzentrierten sie sich auf den CDS-Handel, der Devisenmarkt bleibt in ihren Überlegungen bisher außen vor. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) setzt sich für einen transparenteren Handel mit Kreditderivaten ein. Zudem zieht er in Erwägung, nur noch reine Absicherungsgeschäfte zu genehmigen. Der Vorstoß soll aber international koordiniert werden. Gerade die USA und Großbritannien dürften das kritisch sehen.


Was die Leser sagen

Europäer
02.03.2010 | 04:59
Leistungsbilanzdefizit

Ich bin der Meinung dass die Probleme weiter bestehen werden solange kein Mechanismus gibt der eine einigermaßen ausgeglichene Leistungsbilanz zwischen den EU-Länder erzwingt. Das ist das eigentliche Problem. Zur Zeit ist die Eurozone nur eine Art Reservat für deutsche Exporte und das kann so nicht auf Dauer funktionieren.

Robman
28.02.2010 | 21:41
Stopp den Spekulanten

Es muss endlich aufhören, dass mit Währungen und Nahrungsmitteln spekuliert werden darf. Es ist eine Frechheit, dass ein Teil der Welt hungern muss, damit sich andere bereichern können. Ebenso sehen wir die Auswirkungen der Währungsspekulationen. Tausend Gesetze, Regeln und Vorschriften die das Leben oft frustrierend machen, aber gegen die Großen tun die Regierungen und Gesetzgeber nichts.
Schluss damit!

Robman
28.02.2010 | 21:37
Stopp den Spekulanten

Es muss endlich aufhören, dass mit Währungen und Nahrungsmitteln spekuliert werden darf. Es ist eine Frechheit, dass ein Teil der Welt hungern muss, damit sich andere bereichern können. Ebenso sehen wir die Auswirkungen der Währungsspekulationen. Tausend Gesetze, Regeln und Vorschriften die das Leben oft frustrierend machen, aber gegen die Großen tun die Regierungen und Gesetzgeber nichts.
Schluss damit!

(Kommentare 1-3 von 3)

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