09.02.2010
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Auch der Aktienkurs der National Bank of Greece brach zuletzt um 17 Prozent ein.
Auch der Aktienkurs der National Bank of Greece brach zuletzt um 17 Prozent ein.
Foto: Getty

Refinanzierungsrisiko

Griechenland-Krise erfasst Geschäftsbanken

von Tobias Bayer, Frankfurt

Eine mögliche Staatspleite des Euro-Landes lässt die Risikoaufschläge stark ansteigen. Die eigentlich soliden hellenischen Kreditinstitute leiden darunter: An den Märkten werden sie abgestraft. Für die EZB verkompliziert das die Geldpolitik.

Die Angst vor einer Staatspleite Griechenlands weitet sich mehr und mehr auch zu einer Krise der hellenischen Banken aus. An den Aktienmärkten werden die Institute abgestraft. Die Kurse von Alpha Bank, Eurobank EFG, Marfin Popular, Piraeus Bank, National Bank of Greece und ATE Bank brachen in den vergangenen fünf Tagen um 12,8 Prozent, 20,6 Prozent, 11,7 Prozent, 15,3 Prozent, 17,1 Prozent und 9,5 Prozent ein. Am Dienstag ging es aufgrund über Spekulationen einer möglichen EU-Hilfsleistung aufwärts.

Die griechischen Banken stehen vor mehreren großen Herausforderungen. Einmal besteht die Gefahr, dass sich ihre Refinanzierung deutlich erschwert. Darüber hinaus drohen ihnen Abschreibungen auf ihr Portfolio an griechischen Staatsanleihen. Zudem setzt ihnen die wirtschaftliche Krise ihres Landes zu.

Nachdem die Analysten von UBS bereits ihre Gewinnschätzungen für den Sektor um durchschnittlich rund 40 Prozent zurückgenommen hatten, folgte diese Woche auch Goldman Sachs. Das Wall-Street-Haus revidierte seine Kursprognose für die Kreditinstitute um 30 Prozent nach unten. "Die sich abschwächende wirtschaftliche Dynamik Griechenlands wird die Erträge der Banken drücken. Die Ertragskraft dürfte mittelfristig nicht das Vor-Krisen-Niveau erreichen", schrieben die Goldman-Sachs-Analysten in einem Researchbericht.

2010 müssen die griechischen Banken nach Schätzungen der UBS insgesamt 6 Milliarden Euro an Anleihen und 30 Milliarden Euro an Finanzierung durch die Europäische Zentralbank (EZB) umschulden. "Die Kosten der Fremdkapitalaufnahme dürften deutlich steigen", sagte Alexander Kyrtsis, Bankanalyst bei UBS. Die Skepsis ist jetzt schon groß. Laut Medienberichten weigern sich internationale Großbanken, mit griechischen Banken Repo-Geschäfte einzugehen. Das bedeutet: Die Abhängigkeit von der EZB wächst.

Für die Notenbank erschwert das die geldpolitische Straffung. Nachdem sie bereits keine sechs- und zwölfmonatigen Kredite mehr verteilt, plant die EZB, ab März die Liquiditätszufuhr weiter zu drosseln. Momentan bedient sie die Nachfrage der Banken voll. Sollte sich das ändern, wäre das für die griechischen Institute eine Belastung. "Banken in Griechenland, Spanien und Portugal hängen überproportional von der EZB ab. Sollte sich die Aussicht verfestigen, dass die bereitgestellte Liquidität geringer wird, würde das die Märkte durchschütteln", sagte Colin Ellis, Volkswirt bei Daiwa Capital Markets.


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