29.01.2010
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Peking hat durch seine Exportgeschäfte mittlerweile Devisenreserven in Höhe von 2400 Milliarden Dollar.
Peking hat durch seine Exportgeschäfte mittlerweile Devisenreserven in Höhe von 2400 Milliarden Dollar.
Foto: Getty

Geldgeber

China wird zur neuen Weltbank

von Christiane von Hardenberg, Berlin

Argentinien, Weißrussland, Indonesien, Malaysia und Südkorea - die Liste der Staaten, denen Peking finanziell unter die Arme gegriffen oder sogar auf die Beine geholfen hat, ist lang. Und wird immer länger. Denn China ist auch monetär eine Weltmacht geworden.

Regierende mit knappen Kassen wenden sich immer häufiger an China, um finanzielle Hilfe zu erhalten. Pakistan klopfte vor einiger Zeit in Peking an. Argentinien, Weißrussland, Hongkong, Indonesien, Malaysia und Südkorea hat China bereits mit Währungssicherungsabkommen unter die Arme gegriffen.

Das griechische Finanzministerium und Goldman Sachs haben zwar Berichte zurückgewiesen, wonach die Investmentbank im Auftrag Athens griechische Anleihen in China platzieren soll. Gleichzeitig plant Griechenlands Finanzminister aber eine Roadshow in China im kommenden Monat, um Werbung für seine Papiere im Wert von 25 Milliarden Euro zu machen.

Peking ist mit seinen Devisenreserven über 2400 Milliarden Dollar eine gute Adresse für klamme Staaten, insbesondere für solche, die ein angespanntes Verhältnis zu den USA und zum Internationalen Währungsfonds (IWF) haben, wie etwa Argentinien oder Indonesien. In der internationalen Finanzkrise ist China zunehmend zum Retter in der Not geworden. Hat man vor wenigen Jahren in Buenos Aires noch beim IWF angerufen, wendet man sich heute vertrauensvoll an Peking. "China hat durch die Finanzkrise an Bedeutung gewonnen", sagt Harvard-Professor Ricardo Hausmann. Denn das Vertrauen in den Westen, allen voran in die USA, und westliche Organisationen ist in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern dahin.

Gefunden bei
ftd.de

Peking nutzt die Gunst der Stunde und baut seinen Einfluss als internationale Finanzmacht kontinuierlich aus. Mittlerweile ist die Volksrepublik Anteilseigner aller regionalen Entwicklungsbanken, von Lateinamerika über Afrika bis Asien. Zuletzt stockte China seinen IWF-Anteil um 50 Milliarden Dollar auf.

Zusammen mit Hongkong hat Peking im Frühjahr 2009 38 Milliarden Dollar in die Chiang-Mai-Initiative gepumpt, den asiatischen Pendant zum Währungsfonds. Die Initiative wurde nach der Asienkrise 1997/98 auf Bestreben der Japaner gegründet, um kurzfristige Liquiditätsengpässe in der Region zu überbrücken. Im Falle einer Währungskrise können die Mitglieder, zehn südasiatische Länder plus China, Japan und Südkorea, Devisenswaps ziehen, um ihre Währung zu stützen. Anfangs sah die Vereinbarung nur bilaterale Swaps vor, auch waren die Finanzmittel knapp.


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