Ihre Meinung zählt: Für wie realistisch halten Sie die vier Szenarien? Wir freuen uns über Ihre Einschätzung.
Szenario 1: Deflation - Neuauflage der Großen Depression
Unternehmenspleiten, Massenarbeitslosigkeit, Preisverfall - eine verheerende Abwärtsspirale.
Eine Neuauflage der Großen Depression aus den 30er-Jahren gehört zum Schlimmsten, was der Weltwirtschaft droht. Vor allem in den USA gilt der Mix aus Massenarbeitslosigkeit, fallenden Verbraucherpreisen und Pleitewelle als nationales Trauma. Alle basteln daran, dass es sich nicht wiederholt. Die Wahrscheinlichkeit ist deshalb gering, maximal zehn Prozent.
Damit der Horror trotzdem Realität wird, müssten heute zwei unglückliche Umstände zusammentreffen. Zum einen erweist sich die Schieflage der Banken als noch dramatischer als angenommen. Der IWF muss seine Schätzung für das weltweite Volumen toxischer Wertpapiere von vier Billionen Dollar immer weiter erhöhen. Wieder greift Angst vor Bankenpleiten um sich. Zum anderen gelingt es den Regierungen nicht, die Konjunktur anzukurbeln. Die milliardenschweren Hilfspakete entfachen nur ein kleines Strohfeuer. Die Banken sind so sehr damit beschäftigt, ihre Bilanzen aufzupäppeln, dass die Kreditvergabe über viele Monate stockt. Diese Misere schlägt immer stärker auf den Arbeitsmarkt durch. In den USA klettert die Arbeitslosenquote auf 15 bis 20 Prozent. Als Folge bricht der Konsum weiter ein, die Verbraucherpreise fallen. Die Angst vor Jobverlust und sozialem Abstieg erfasst immer mehr Menschen. Die Wirtschaft steckt nun in einem deflationären Abwärtsstrudel. Kreditstau und Umsatzeinbruch treiben reihenweise Unternehmen in den Bankrott, was die Lage der Banken weiter verschärft. Das ist der Stoff, aus dem die Albträume von Fed-Chef Ben Bernanke sind.
In diesem Szenario könnte die Wirtschaftsleistung in Deutschland bis 2013 um mehr als 15 Prozent schrumpfen. Die Verbraucherpreise brechen in der Spitze um mehr als fünf Prozent pro Jahr ein. Zum Vergleich: In den USA schrumpften sie in den frühen 30ern sogar um bis zu zehn Prozent. Der Dax beendet seine Rally im Sommer und geht auf Tauchstation, in Richtung seines Tiefs von 2003 bei 2200 Punkten. Die Nachfrage nach Rohstoffen sinkt dramatisch. Der Ölpreis könnte unter 20 Dollar je Barrel absacken. Die Flucht aus Risikoanlagen treibt Anleger in Gold und Staatsanleihen höchster Bonität. Bargeld ist Trumpf, auch weil die Deflation dessen realen Wert steigert.





















