Auch wenn die Zeitschrift Capital kein Fachblatt ist und man bei einer Wirtschaftsjournalistin nicht unbedingt Fachwissen erwarten darf, sollte der Versicherungsberater Rebhan seine fachlichen Bemerkungen überprüfen.
Zum Thema “Fondsgebundene Versicherungen”: Es stimmt!
Garantien für den Kapitalerhalt kosten (zu)viel Geld. Gerade hat die AXA deshalb ihre Produktlinie “Twinstar” vom Markt genommen. Wer Kapitalerhalt will, sollte sich bei den konventionellen Versicherungsprodukten bedienen und dabei überlegen, ob die dort erwirtschaftete Rendite noch den Inflationsausgleich schafft.
Jeder fachkundige Versicherungsmakler kennt aber Versicherungsgesellschaften, die ihre Fondspolicen nicht mit “doppelten Kosten” belasten, indem sie auf die Ausgabeaufschläge der Fonds komplett verzichten. Warum kennt diese ein Versicherungsberater nicht?
Wenn man dann noch Vorteile der Fondspolicen bedenkt, die im Zeitalter der Abgeltungssteuer viel wert sind, kann so ein risikoreiches Produkt wie eine Fondspolice fast jeden Fondssparplan schlagen.
Switchen der Anlagebeiträge während der Laufzeit ohne Kosten,
Vermögensverwaltung, Shiften des Fondsvermögens zwecks Ablaufmanagement und garantierter Rentenfaktor zum Vertragsbeginn bringen bei einem langfristig angelegten Vertrag Vorteile, die der Fondssparer NIE wieder aufholen kann.
Mein Tipp: Die einschlägige Presse (Capital) macht vielleicht sensibel für das Thema. Aber qualifizierte Beratung erhält der Leser nur beim fachkundigen und unabhängigen Vermittler.
Frau Krieger lade ich herzlich zu den VersicherungsKUNDEN bei XING ein.
Heribert Trottenberg
Moderator der Gruppe VersicherungsKUNDEN bei XING
http://www.xing.com/net/verskunden
Setzen Anleger auf fondsgebundene Policen, haben sie höhere Renditechancen, tragen das Verlustrisiko aber allein. Zudem sind die Verträge nicht gerade billig.
So mancher Anleger hat sich in der Finanzkrise mit Aktien und Zertifikaten eine blutige Nase geholt. Auf der Suche nach sicheren Altersvorsorgeprodukten werden Anleger früher oder später wieder bei der guten alten Rentenversicherung landen, sagt Maximilian Zimmerer, Chef der Allianz Leben und Vorsitzender des Hauptausschusses Lebensversicherung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).
"Rentenversicherungen bieten dem Einzelnen ein sonst unerreichtes Maß an Sicherheit und Planbarkeit", sagt er, "Gerade im freien Bank- und Finanzvertrieb werden die oft als langweilig geltenden Policen Terrain wieder gutmachen, und zwar sowohl bei jungen wie bei älteren Kunden."
Konventionelle Policen
Rentenversicherungen gibt es als klassische oder als fondsgebundene Variante. Bei der klassischen Rentenversicherung beteiligt der Anbieter den Kunden an den Kapitalerträgen über die fixe Garantieverzinsung, die variable Überschussbeteiligung und in guten Jahren durch einen Anteil an den stillen Reserven.
Stille Reserven entstehen, wenn der Buchwert etwa von Aktien unter dem Marktwert liegt. Bemessungsgrundlage für alle Formen der Gewinnbeteiligung ist nicht der gezahlte Beitrag, sondern der Sparanteil der Prämie. Das ist der Betrag, der nach Abzug der Kosten für Verwaltung und Vermittlung übrig bleibt.
Manche Anbieter ziehen bis zu 20 Prozent von der Zahlung des Kunden ab. Auf den Sparanteil und das angesammelte Kapital gewährt der Anbieter einen garantierten Zins, der für die gesamte Vertragslaufzeit gilt. Die maximale Höhe des Garantiezinses wird gesetzlich festgelegt, sie liegt für Neuverträge zurzeit bei 2,25 Prozent.
Zusätzlich zum Garantiezins erhalten Kunden in der Regel eine variable Beteiligung an den Kapitalerträgen der Versicherer, die jährlich neu festgelegt wird. Im Schnitt bekommen die Kunden 2009 zusammen 4,26 Prozent gutgeschrieben. Zu den Gesellschaften mit den höchsten Überschussbeteiligungen gehören die Debeka mit 4,8 Prozent und der Direktversicherer Europa mit fünf Prozent.
Kapitalerhaltende Verträge
Bei der fondsgebundenen Rentenversicherung, die inzwischen fast jeder Versicherer anbietet, gibt es keine Mindestverzinsung. Hier fließt der Sparanteil des Kunden in Fonds, die etwa in Aktien, Rentenpapiere oder Immobilien investieren. Meistens kann der Kunde selbst zwischen verschiedenen Fonds wählen. Das Anlagerisiko trägt er hier aber allein. Sinken etwa die Aktienkurse, verliert er unter Umständen sein Vermögen.
"Weil die Verträge jedoch weit überwiegend sehr lange Laufzeiten haben, können sie über die Restlaufzeit zwischenzeitliche Kurseinbrüche gut wettmachen", sagt Zimmerer von der Allianz Leben. Aus niedrigen Aktienkursen könnten die Besitzer fondsgebundener Policen sogar einen Nutzen ziehen. "Weil jetzt für den gleichen Beitrag relativ mehr Fondsanteile erworben werden, können die Verträge von späteren Markterholungen überdurchschnittlich profitieren", sagt er.
Wer sich nicht darauf verlassen möchte, dass sich die Aktienmärkte wieder erholen, kann fondsgebundene Rentenpolicen mit Garantien kaufen. Etwa zwei Drittel aller neu abgeschlossenen Fondpolicen sind laut GDV mit einer sogenannten Ablaufgarantie versehen, die etwa den Erhalt des eingesetzten Kapitals zusichert.
Andreas Rebhan, Renten- und Versicherungsberater aus Kevelaer, rät von diesen Garantien ab. "Um den Erhalt des Kapitals zu sichern, fließt ein großer Teil des Geldes in risikoarme Anlagen und nur ein kleiner Teil wird an der Börse investiert", erklärt er. "Fondspolicen mit Garantie sind im Prinzip verkappte klassische Rentenversicherungen". Die Garantie kostet nach Rebhans Einschätzung rund die Hälfte der Rendite.
Hohe Kosten
Der Berater hält generell nicht viel von fondsgebundenen Versicherungen. "Bei fondsgebundenen Versicherungen hat der Kunde doppelte Kosten", moniert Rebhan. "Er muss die Versicherung und die Fondsgesellschaft bezahlen." Das schmälert die Rendite. Für einen seiner Kunden, der seit acht Jahren rund 150 Euro im Monat über eine Versicherung in den Templeton Growth Fund investiert, hat Rebhan nachgerechnet.
Das traurige Ergebnis: Sein Klient hätte rund 7000 Euro mehr im Depot, wenn er sein Geld direkt bei der Fondsgesellschaft Franklin Templeton Investments angelegt hätte. Allerdings bietet eine Versicherung im Gegensatz zum Fondshaus einen Risikoschutz für den Todesfall.
"Wer in Fonds investieren möchte, sollte sie lieber direkt beim Anbieter kaufen", sagt Rebhan. Ein Fondssparplan, bei dem der Kunde regelmäßig Geld in Fonds investiert, sei zudem flexibler als eine Versicherung. "Der Anleger kann jederzeit seine Zahlungen erhöhen, reduzieren oder zwischenzeitlich sogar ganz einstellen", erklärt er. "Mit Versicherungsbeiträgen geht das nicht so ohne weiteres."
© 2009 ftd
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