Asiatische Länder setzen ihre Einkaufstour bei den kriselnden Großbanken im Westen fort. Nach Morgan Stanley, der Citigroup und UBS ist Merrill Lynch bereits das vierte renommierte Institut, das sich auf diesem Weg frisches Geld für die Bewältigung der Hypothekenkrise beschafft.
Insgesamt erhält Merrill Lynch 7,5 Milliarden Dollar. Der Staatsfonds Temasek erwirbt für 4,4, Milliarden Dollar Aktien der Bank und sichert sich Kaufrechte für weitere Aktien im Wert von 600 Millionen Dollar. Zudem steigt die US-Fondsgesellschaft Davis Selected Advisers für 1,2 Milliarden Dollar bei Merrill Lynch ein. Zusätzlich erhält die Bank 1,3 Milliarden Dollar durch den Mehrheitsverkauf einer Kreditsparte an General Electric.
Börsenwert sank um mehr als 40 Prozent
Im Zuge der Hypothekenkrise musste Merrill Lynch bereits im dritten Quartal mehr als acht Milliarden Dollar abschreiben. Branchenexperten fürchten, dass die Abschreibungen im vierten Quartal noch höher ausfallen könnten. Der Börsenwert des Instituts ist im Jahresverlauf 2007 um mehr als 40 Prozent gesunken. Die Krise sorgte auch für einen Personalwechsel an der Spitze der Bank. Seit rund einem Monat kümmert sich der ehemalige Chef der Citigroup, John Thain, um die Geschicke von Merrill Lynch.
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