Die Verluste im Millionenbereich werden mit "erheblichen Kursverlusten von strukturierten Wertpapieren der letzten Wochen" begründet. Die Entwicklungen im Zuge der weltweiten Krise der Kapitalmärkte, die durch die Turbulenzen um US-Subprime-Hypotheken ausgelöst worden war, seien anhaltend schwierig und hätten sich in der vergangenen Zeit verschärft, hieß es weiter.
Damit revidierte die WestLB die Einschätzung von Finanzvorstand Hans-Jürgen Niehaus, der im August betont hatte, er gehe davon aus, dass der Bank aus der Krise an den US-Immobilien- und Verbriefungsmärkten im zweiten Halbjahr 2007 keine größeren Ausfälle entstehen würden.
Am 6. Dezember wird die Bank ihre Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegen. Im zweiten Quartal wurde aufgrund von Sonderlasten ein Verlust von gut 170 Millionen Euro vor Steuern verbucht. Auslöser waren fehlgeschlagene Wetten auf eine Einengung der Spreads unter anderem zwischen Stamm- und Vorzugsaktien von VW. Im Gesamtjahr 2006 hatte die WestLB noch einen Rekordgewinn vor Steuern von einer Milliarde Euro ausgewiesen.
Geschwächter Partner
Trotz der Verluste sieht der seit Juli amtierende Vorstandsvorsitzende Alexander Stuhlmann die WestLB auf einem guten Weg. Die Liquiditätsausstattung der Bank sei nach wie vor zufriedendstellend, so Stuhlmann.
Nach der neuen Hiobsbotschaft geht die Bank allerdings geschwächt in Gespräche mit potenziellen Partnern. Neben einer nun auch erschwerten alleinigen Lösung stehen ein Zusammenschluss mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), der Einstieg des Investors JC Flowers oder eine Kooperation mit der BayernLB im Raum.
Die beiden nordrhein-westfälischen Sparkassenverbände, der Rheinische Sparkassen- und Giroverband und der Westfälisch-Lippische Sparkassen- und Giroverband, die gemeinsam die Mehrheit an der WestLB halten, favorisieren eine Fusion mit der LBBW. Die Landesregierung hat sich bisher gegen diesen Vorschlag gestellt.
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