Der Grund für den Preisschub sei, dass das Öl knapp werde. Es gebe einen Mangel an neuen Feldern so Simmons: "2005 wurden so wenige neue Quellen entdeckt wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr."
Simmons geht zudem davon aus, dass die Reserven in Saudi Arabien zu hoch eingeschätzt werden. Offiziell verfügt das weltgrößte Förderland immer noch über Vorkommen von 260 Milliarden Barrel, obwohl Saudi-Arabien in den vergangenen 17 Jahren pro Jahr etwa drei Milliarden Barrel gefördert hat. "Der Ölreichtum ist ein Mythos, die Produktion der meisten großen Felder von Saudi Arabien hat meiner Meinung nach ihren Höhepunkt überschritten", sagte Simmons gegenüber Capital.
Neue Fördertechniken oder die Ölsand-Vorkommen in Kanada können auf dem globalen Rohstoffmarkt kaum für Entlastung sorgen, meint der Experte. Insgesamt rechne er schon in den kommenden Jahren mit einer stark schrumpfenden Ölproduktion. Bis 2012 werde das tägliche Fördervolumen von aktuell 75 Millionen auf 65 Millionen Barrel sinken. Zugleich zieht die Nachfrage rapide an. Simmons rechnet vor: Schon wenn China und Indien pro Kopf so viel Energie verbrauchen wie Mexiko, muss die tägliche Produktionsmenge um 45 Millionen Barrel steigen - sonst kann der Bedarf nicht gedeckt werden.
1974 gründete Matthew Simmons die Energie-Investmentbank Simmons & Co. International, die er heute leitet. Im Wahlkampf des Jahres 2000 beriet er Präsident George Bush in Energiefragen. Aufsehen erregte der Harvard-Abgänger mit seinem Buch "Twilight in the Desert: The Coming Saudi Oil Shock and the World Economy". Darin analysiert er über 200 meist schwer zugängliche geologische Studien über Ölproduktion und Reserven in Saudi Arabien.
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Tobias Aigner
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