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„Wir haben genügend Rücklagen für die nächste Krise“

, Capital-Redaktion

Zwei legendäre Bankhäuser, 600 Jahre Erfahrung: Friedrich von Metzler und Ariane de Rothschild im Interview über Vorsorge, die Unternehmensnachfolge und Mängel in der Finanzbildung der Deutschen.

© Maurice Haas

Die Bankhäuser Metzler und de Rothschild sehen sich für künftige Krisenzeiten gut gerüstet. „Wir Metzlers haben uns so gewappnet, dass wir mehr Kapital haben – unsere Reserven sind höher als nötig“, sagte der persönlich haftende Gesellschafter Friedrich von Metzler im Interview mit Capital. Auch Ariane de Rothschild, Vize-Präsidentin der Edmond de Rothschild Gruppe, bestätigte: „Wir haben genügend Rücklagen für die nächste Krise.“

Es ist das erste Interview, das beide Bankhäuser – die zu den ältesten Europas zählen – gemeinsam gegeben haben. Die Privatbank Metzler und die Edmond de Rothschild-Gruppe haben vor kurzem in Frankfurt auch ein gemeinsames Projekt gestartet – und an der Goethe-Universität einen Lehrstuhl für „Financial History“ gestiftet. Denn Friedrich von Metzler sieht in Deutschland großen Nachholbedarf beim Thema Finanzbildung. „Die Deutschen wissen sehr wenig über Wirtschaft und Kapitalmärkte“, stellte von Metzler fest. „Zwei Mal schon haben die Deutschen viel Geld mit Anleihen, vermeintlich mündelsicheren Papieren, verloren. Welche Assets wurden nicht vernichtet? Aktien! Den Fehler machen die Deutschen immer wieder.“ Auch die Kenntnis über Geldpolitik sei in Deutschland nicht weit verbreitet. „Sonst würden wir die Politik der EZB – deren Strategie bei allen Risiken richtig ist – anders beurteilen“, argumentierte von Metzler.

Zur Nachfolge: Die Kinder müssen auch scheitern dürfen

Die beiden Bankiers sprachen mit ‚Capital‘ auch über das Thema Unternehmensnachfolge. Ariane de Rothschild ist sich sicher: „Es gibt da etwas in der DNA. Ja, wirklich, man hat das Bankersein im Blut.“ Dennoch erwartet sie von ihren vier Töchtern keine Wunderdinge. „Unsere Generation wurde so erzogen, dass man einen Berufsweg ausgewählt hat und bei dem Pfad auch bleibt.“ Die nächste Generation werde flexibler sein, mehr Brüche haben. Dazu gehöre auch, Fehler machen zu dürfen. „Familien sind dann stark, wenn sie ihren Kindern Raum geben und ihnen erlauben zu scheitern, denn nur durch Scheitern lernen wir.“

Friedrich von Metzler blickt ähnlich gelassen auf die Zukunft seiner Bank. „Es ist sehr schwierig, den Beruf für das ganze Leben zu finden.“ Sein Vetter arbeite zwar bereits in der Bank und seine Kinder seien gerade dabei, das Unternehmen kennenzulernen, doch wenn man merke, dass es nicht das Richtige ist, sollte man aufhören und etwas anderes machen. „Es ist schrecklich, wenn man ein Kind zwingt, bei der ersten Entscheidung für einen Beruf zu bleiben – man muss scheitern dürfen.“

Die ganze Geschichte lesen Sie in der November-Ausgabe von Capital, die am 23. Oktober erscheint.


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