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Wie finde ich das richtige Tablet?

, Georg Dahm

Wir alle brauchen ständig neue Technik. Georg Dahm lotst uns durch den digitalen Dschungel - dieses Mal beschreibt er, welches tragbare Gerät dem Vielreisenden wirklich weiterhilft.

© PR

Zu den größeren Demütigungen meiner Laufbahn als Technik­autor gehört der Versuch, den Capital-Chefredakteur mit meinem neuen Windows-8-Convertible zu beeindrucken. Sie kennen die Verheißung vielleicht aus der Werbung: Anstatt sich mit Tablet und Laptop abzuschleppen, führt man nur noch ein Gerät mit sich, das mit einem Handgriff umgebaut werden kann. Tastaturmodus für die Arbeitsstunden in der Bahn, Tabletmodus für Sofa, Konferenz und Kaffeetisch.

Was ich in meiner Effizienz­begeisterung nicht bedacht hatte: Die durchschnittliche Windows-Anwendung per Touchscreen zu bedienen funktioniert ungefähr so gut wie eine Gehirn-OP mit Skihandschuhen. Womit zu meiner schleppenden Performance unter dem Spott des Chefs alles gesagt wäre. (Inzwischen weiß ich natürlich, dass der kluge Windows-8-Benutzer Anwendungen wie Adobe Reader und Evernote doppelt installiert – in den Versionen „Standard“ und „Wurstfinger-optimiert“.)

Folter fürs Handgelenk

Nun könnte ich mir all dieses Gehühner sparen, gibt doch das iPad mit einer Tastaturhülle (zum Beispiel von Logitech) einen halbwegs arbeitstauglichen Reiserechner ab. Aber wenn ich unterwegs arbeite, will ich eben alle Programme, alle Dokumente zur Hand haben, die ich im Alltag brauche, und kein anämisches Ersatzprodukt, das noch nicht einmal eine richtige Dateiablage hat.

Für diesen Leistungsanspruch bezahle ich allerdings mit maroden Handgelenken, gibt doch ein Gerät wie mein Dell XPS 12 nicht das allerhandlichste Tablet ab: Wenn ich die Tastatur unter das Touchscreen klappe, habe ich ein 1,5-Kilogramm-Tablet. Handschonender sind Convertibles, bei denen sich das Tablet von der Tastatur trennen lässt.

Wobei „Tablet“ ein sehr dehnbarer Begriff ist: Microsofts Surface Pro 2 zum Beispiel sieht mit seinem Klappfüßchen aus wie ein hübscher digitaler Bilderrahmen, demütigt mit seiner Leistung aber jeden Rechner, den ich je auf meinem Schreibtisch hatte.

Fingerabdrücke bleiben immer

Das Acer Iconia W510. Dagegen. Kommt. Bei manchen. Programmen. Doch etwas. Ins Stocken. Geht also eher als zeitgemäßer Netbook-Nachfolger durch. Als Reiserechner aber völlig okay, ansprechend gestaltet – und seine recht brauchbare Anstecktastatur weist eine bei Steck-Convertibles seltene Qualität auf: ein Scharniergelenk, über das man den Bildschirm in einen anständigen Blickwinkel bringen kann. 

Die viel bessere Tastatur des viel besser ausgestatteten – wenn auch etwas zu lauten – Lenovo Thinkpad Helix zum Beispiel zwingt den Bildschirm in einen unangenehm steilen Winkel. Das gleiche Problem bei der Andocktastatur des an sich einwandfreien Dell Venue 11 pro – immerhin gibt es für dieses Modell noch ein anderes, leichteres Tastaturmodell, das einen etwas angenehmeren Blickwinkel ermöglicht. Am Kernpro­blem von Touchscreenrechnern kann aber auch das flexibelste Tastaturgelenk leider nichts ändern: Der fettbefingerte Bildschirm sieht einfach immer dreckig aus.

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Mit einem Bleistift gezeichnetes Porträtbild von Georg DahmGeorg Dahm ist Technik- und Wissenschaftsjournalist. Er betreibt das digitale Wissensmagazin „Substanz“.


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