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Wie es ohne E-Mail geht

, Capital-Redaktion

Deutschland diskutiert über die E-Mail-Flut. IG-Metall-Chef Detlef Wetzel fordert gar einen gesetzlichen Schutz vor den elektronischen Post. In unserer Titelgeschichte zeigen wir, wie ein Unternehmen sich entwöhnt.

In den Koalitionsvertrag hat die Eindämmung der E-Mail-Flut keinen Eingang gefunden. Der neue IG-Metall-Chef Detlef Wetzel sieht die Große Koalition trotzdem in der Pflicht „strenge Regeln gegen Stress im Job und zu Hause vereinbaren“. Die Digitalisierung dürfe nicht dazu führen, dass Arbeitnehmer rund um die Uhr erreichbar sind, sagte der Gewerkschafter der „Bild“-Zeitung und kritisierte, dass die Beschäftigten auch in ihrer Freizeit berufliche E-Mails bekommen.

Mit seinem Unbehagen steht Wetzel nicht alleine da. Die E-Mail-Bekämpfer sind allerdings noch eine Minderheit. In einer Befragung des Verbands der Führungskräfte gaben dieses Jahr mehr als 80 Prozent an, dass es in ihrem Unternehmen keine Ansätze gibt, die ständige Erreichbarkeit anzugehen.

Auch Behörden und öffentlicher Dienst sind nicht viel weiter – Ursula von der Leyen war die Erste und Einzige, die in ihrem Arbeitsministerium eine Art „Nichterreichbarkeitsvereinbarung“ abschloss. Vor einer gesetzlichen Regelung scheut sie aber zurück. Zwar gibt es immer wieder Forderungen nach einer Anti-Stress-Verordnung, wenn Behörden im „Stressreport“ mal wieder berichten, dass die E-Mail krank macht. Doch mit Gesetzen lässt sich Kommunikation wohl kaum verbessern. 

Abschalten ist uncool

Die aktuelle Capital

Bei Volkswagen gilt die Regel, die E-Mail Funktion von Blackberry-Geräten 30 Minuten nach Feierabend abzuschalten. Das Abschalten ist aber eine eher rabiate Lösung. Das Ganze erinnert an Stechuhren. Wollten wir nicht alle selbstbestimmt und mobil sein? Es ist leider so: Wer abschaltet, ist uncool.

Bei der VW-Tochter Audi in Ingolstadt will man daher auch die Lösung aus Wolfsburg nicht kopieren. Betriebsratschef Peter Mosch sagt: „Wir wollen Mitarbeiter nicht zu stark bevormunden. Der frisch qualifizierte Ingenieur geht mit dem Thema anders um als ein Kollege, der kurz vor der Pensionierung steht.“ Botschaft verstanden. Statt Server abzuschalten, bietet Audi Trainings an, wie man verantwortungsbewusst kommuniziert. Die Manager sollen so die E-Mail-Kultur in ihren Bereichen prägen. „Wir setzen auf Selbstdisziplin“, sagt Mosch.

Ein ganz anderen Weg geht der IT-Dienstleister Atos. Der Konzern will die E-Mail komplett aus der internen Kommunikation verbannen. „BlueKiwi“ heißt das Projekt, mit dem Atos sich aus der E-Mail-Umklammerung lösen will. Ein Rückfall in die Zeit vor der Digitalisierung wird es bei dem Konzern aber nicht geben: Eine Ersatzsoftware übernimmt Aufgaben, die bisher per E-Mail erledigt wurden. Ab Februar 2014 soll dann die elektronische Post nur noch für die externe Kommunikation verwendet werden.

In der aktuellen Capital-Titelgeschichte „Wir müssen reden“ erzählen wir, wie Atos die E-Mail verbannt. Es ist ein komplizierter Prozess, der von Standort und Standort anders abläuft. Die vollständige Reportage lesen Sie in der aktuellen Capital. Hier können Sie sich die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


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