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VW-Aufräumerin unterstützt Whistleblower

, Jenny von Zepelin und Nils Kreimeier

Erstes Interview von VW-Vorstandsmitglied Christine Hohmann-Dennhardt: Sie will das Hinweisgebersystem des Konzerns neu ausrichten.

Christine Hohmann Dennhardt © Mario Wezel
Christine Hohmann Dennhardt

Christine Hohmann-Dennhardt, 66, war Anfang der 90er-Jahre hessische Justizministerin, wurde 1999 Richterin am Bundesverfassungsgericht. 2011 wurde sie in den Daimler-Vorstand berufen, Anfang 2016 wechselte sie zu VW


Christine Hohmann-Dennhardt, als neues Vorstandsmitglied im Volkswagen-Konzern seit neun Monaten für Recht und Integrität zuständig, will das Whistleblower-System überarbeiten, über das Mitarbeiter Unregelmäßigkeiten im Unternehmen melden können. „Man kann sich immer anschauen, wie häufig so ein System benutzt wurde und warum es von bestimmten Bereichen und Abteilungen eben nicht benutzt wurde“, sagte Hohmann-Dennhardt im Capital-Interview (Ausgabe 10/2015, EVT 15. September). „Liegt es vielleicht auch daran, dass die Leute sich dem System nicht anvertrauen?“

Capital 10/2016
Die neue Capital erscheint am 15. September

Ein Jahr nachdem die US-Umweltbehörde den Dieselbetrug bei VW bekanntgemacht hat, spricht Hohmann-Dennhardt erstmals öffentlich über ihre Mammutaufgabe. Die Manipulation an Dieselmotoren war offenbar über Jahre im Wissen mehrerer VW-Mitarbeiter erfolgt. Auf Druck der US-Umwelt- und Justizbehörden lässt der Wolfsburger Konzern den Fall durch die US-Kanzlei Jones Day intern aufarbeiten.

Bislang sei „eine Zwischenetappe erreicht, wenn auch eine durchaus wichtige“, so Hohmann-Dennhardt. Sie verwies darauf, dass Betriebsratschef Bernd Osterloh in Aussicht gestellt hatte, dass der Fall spätestens 2018 abgeschlossen sei: „Wir werden sehen, ob bis dahin die meisten relevanten Streitigkeiten und Verfahren in allen Ländern beigelegt sind.“

In der Frage des Streits mit mehreren Zulieferern, durch die Teile der VW-Produktion im August tagelang lahmgelegt wurden, äußerte Hohmann-Dennhardt Unverständnis über die Kritik an ihrem Konzern. „Ich verstehe nicht, wie man darauf kommen kann, dass wir die Auseinandersetzung mit den Zulieferern provoziert haben“, sagte sie. „Da wurden sehr pauschal Schlüsse gezogen, bei denen man sich fragt, woher die Leute das ohne Kenntnis des konkreten Sachverhalts eigentlich haben.“

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