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Virtual Reality auf der Achterbahn

, Thomas Steinmann

Achterbahnfahrt mit 3D-Brille: Der Europa-Park in Rust steigt groß ins Virtual-Reality-Geschäft ein.

Achterbahn im Europa-Park Rust
2015 wurde in Rust die erste Bahn mit dem neuen Virtual-Reality-System ausgerüstet

UnternehmenDie Wurzeln der Familienfirma gehen bis ins Jahr 1780 zurück. Früher bauten die Macks in Waldkirch Fuhrwagen und Kutschen. Seit 1921 ist die Familie im Geschäft mit Achterbahnen und Karussells aktiv. Zu der Gruppe mit 300 Mio. Euro Umsatz und 2000 festen Beschäftigten gehören heute unter anderem die Firmen Mack Rides und Mack Media.


Die Versuche liefen immer nachts. Wenn die Gäste weg waren, experimentierte im Europa-Park in Rust ein Team mit Virtual-Reality-Brillen und Sendern an zwei Achterbahnen. Die Idee, die ein Professor von der Hochschule Kaiserslautern an die Eigentümerfamilie Mack herangetragen hatte: eine Kombination aus Loopingfahrt und 3D-Film, eine Achterbahn 4.0.

Nach eineinhalb Jahren Herumtüfteln ist aus den Tests im letzten Herbst die neue Attraktion in Deutschlands größtem Freizeitpark geworden. Wer sich in den „Alpenexpress“ und den „Pegasus“ setzt, kann sich eine 3D-Brille aufsetzen und während der Fahrt Filme sehen, in denen Tierfiguren auf einem Drachen fliegen oder in ein Bergwerk rasen. Per Bluetooth-Signal werden die Filme auf die Millisekunde genau mit der Bewegung der Bahn synchronisiert. Die Fahrgäste sollen sich fühlen, als säßen sie selbst auf dem Drachen. Schon 400.000 Besucher haben das neue Angebot ausprobiert. Die zwei Euro Aufschlag für die Fahrt mit der VR-Brille nehme man vor allem, um nicht von den Leuten überrannt zu werden, sagt Michael Mack.

Weltmarktführer bei Achterbahnen

Für den 37-jährigen Juniorchef ist das Geschäft mit dem Megatrend Virtual Reality (VR) die logische Weiterentwicklung der Marke Mack. Einst baute die Familie Kutschen, 1921 die erste Achterbahn aus Holz. Später begannen die Macks, Bahnen in die ganze Welt zu verkaufen. 1975 eröffneten sie den Europa-Park – auch als Schaufenster für ihre Fahrgeschäfte. Bei Achterbahnen ist die Firma heute Weltmarktführer.

Capital 07/2016
Die aktuelle Capital

Mit dem neuen Geschäftsfeld will das Familienunternehmen ins Digitalzeitalter. Es läuft unter dem Label „Coastiality“ – nach „Roller Coaster“ (Englisch für Achterbahn) und Virtual Reality. Die Macks treibt die Sorge um, dass Kinder und Familien Abenteuer bald stärker in virtuellen Welten suchen. Dennoch sei die Idee „kein verzweifelter Move“, sagt Mack, sondern passe zur Strategie, jährlich eine neue Attraktion zu liefern, um Marktführer zu bleiben.

Angesichts der 4000 Achterbahnen weltweit sieht Mack für die „Coastiality“-Technologie einen „Riesenmarkt“. Die großen Parkbetreiber wie Disney, Universal oder die US-Kette Six Flags stehen als Kunden parat. In 15 Parks von den USA bis Japan läuft das System bereits.

Schon heute sei das Geschäft profitabel, sagt Mack. Künftig seien sogar zweistellige Millionenumsätze möglich. Über eine Tochterfirma werden auch die Filme, die während der Fahrt laufen, im eigenen Haus produziert. Mack träumt davon, eine Art „iTunes der Achterbahnen“ zu werden, wo jeder Fahrgast seinen eigenen Film auswählen kann.

Ganz am Anfang habe sein Vater Roland, der Seniorchef, die Pläne skeptisch gesehen, sagt der Junior. Inzwischen gebe es einen „Generationenkompromiss“: Pro Zug werden fünf bis sechs Reihen mit dem VR-System ausgestattet. Aber auch die Fans des analogen Vergnügens erwartet bald etwas Neues: Bis 2019 soll im Europa-Park ein riesiger Wasserpark öffnen.


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