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Vileda - Putzroboter mit Ecken

, Marina Zapf

Marken verändern sich. Sie müssen sich immer wieder neu erfinden. Warum Vileda Putzroboter baut, die es auch in Ecken schaffen

Vileda Fenstertuch 1950
Markenkern: Vileda Fenstertuch (1950)

Unternehmen: Vileda ist eine Marke der Freudenberg Home and Cleaning Solutions, einem Standbein des Weinheimer Technologiekonzerns Freudenberg, der Vorprodukte der Autoindustrie und Medizintechnik fertigt. Freudenberg Haushaltsprodukte machte 2015 einen Umsatz von 809 Mio. Euro und beschäftigt 2600 der insgesamt 40.000 Freudenberg-Mitarbeiter.


Wenn Klaus Peter Meier von morgen träumt, dann denkt er zuerst an seine Kinder und dann an ihren künftigen best friend: einen Haushaltsroboter, der Stein-, Holz- und Teppichböden reinigt; trocken, nass oder feucht, und das unaufgefordert, sobald die Wollmäuse wachsen. „Ganz so weit sind wir noch nicht, aber wir arbeiten daran“, sagt er.

Meiers Metier ist die Kunst, das Putzen zur Freude zu machen: Das Lästige soll leicht von der Hand gehen. 21 Jahre hat er die Marke Vileda geführt, sie ist eine Ikone: So wie Meister Proper für Putzmittel steht und Tempo für Taschentücher, so steht Vileda für Fensterleder.

„Wie Leder“ reinigte schon das erste Vlies – und sogar noch besser, weil durch die Saugkraft des synthetischen Leders ein zweites Wischen entfiel. Es war eine Revolution, zu der über Jahrzehnte immer ausgeklügeltere Hightech-Tücher und Geräte für den Haushalt kamen. Erst rüstete man Vliesstoffe technologisch auf. Dann schnitt man Aufnehmer in Streifen und erhielt den Wischmopp. Später kam der Eimer mit dem passenden Einsatz zum Auswringen dazu. Dann der Eimer, der den Mopp per Fußpedal und Zentrifugalkraft trockenschleudert.

Der Schmutz in den Ecken

Nun also der nächste Schritt: „Bequem und einfach, das will heute elektrisch und elektronisch unterstützt sein“, sagt Meier, seit vier Jahren CEO von Freudenberg Home and Cleaning Solutions, der die Marke Vileda gehört. Gerade hat er den Daumen gehoben für die neue Generation von Putzrobotern, die 2017 auf den Markt kommt. Die Innovation: Sie werden eckig sein.

Gewöhnlich sind die Putzhelfer rund, weil sie so wendig um Kanten und Stuhlbeine fahren können. Das Problem: „Mit rund in die Ecken zu kommen, das ist nicht trivial“, sagt Meier, gelernter Mathematiker. Um Dreck aus jedem Winkel zu holen, behalfen sich die Roboter bislang etwa mit herausstehenden Bürsten.

Vileda Wischroboter Virobi
Vileda Wischroboter Virobi: Der Runde soll ins Eckige, aber das ist nicht so einfach

Vileda hat gegen schmutzige Ecken schon früher schwenkbare Flachwischer und dreieckige Dampfreiniger entwickelt. Jetzt den Robotern Ecken zu verpassen war anspruchsvoller: „Wir mussten ein paar technische Herausforderungen bei Navigation und Orientierung lösen“, sagt Meier. Auch die Bürsten unter den Geräten mussten neu platziert werden. Nun aber wird in einem Arbeitsgang gebürstet und gesaugt, die Reinigungszeit soll sich halbieren.

Zielgruppe Männer

Die Marke zur Elektronik zu bringen ist für Meier nur zeitgemäß. Seine Kinder hielten ihn lange für altmodisch – bis er die ersten Internetshops aufmachte, auch für die neuen Produkte. „Mehr als die Hälfte der Roboter werden im E-Commerce vertrieben“, sagt Meier.

Eine neue Zielgruppe gibt es obendrauf: „45 Prozent der Männer in Europa geben an, im Haushalt selbst zu reinigen.“ Und die sind für Elektronik die besten Kunden. Der Markt ist groß: Die International Federation of Robotics schätzt, dass die Branche von 2015 bis 2018 weltweit rund 25 Millionen Putzroboter absetzen wird.


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