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Vier Geheimtipps für Zürich

, Christian Prommer

Als DJ reist Christian Prommer ständig um die Welt. Seine Arbeit führt ihn an die besten Orte jeder Stadt. Hier verrät er seine Geheimtipps.

Christian Prommer © Neda Rajabi
Christian Prommer

Christian Prommer wohnt in München, ist dort aber fast nie, weil er irgendwo auf der Welt gerade Musik macht.


Zürich kommt mir immer wie ein Fohlen vor: irgendwie unausgewachsen, trotzdem leichtfüßig. Die Stadt sieht ja auch gar nicht aus wie eine echte Großstadt, eher wie ein nettes Dörfli, in dem sich die Menschen gegenseitig die Straße kehren und die Blumen wässern. Die Stadt bekommt schon allein durch ihre Badis so eine Gemütlichkeit – durch die Flussbäder an der Limmat, die Zürich im Sommer in ein riesiges Planschbecken verwandeln.

Es leben nur wenig Menschen in Zürich, und eine echte Großstadt liegt auch nicht in der Nähe. Trotzdem kann Zürich alles. Und zwar auf einmal. Die Welt regieren mit Banken und Uhren – und trotzdem voll hip sein. Diese Stadt lebt von ihren Gegensätzen, und diese Gegensätze muss man auskosten.

Natürlich gehe ich tagsüber in den Sternen Grill, die beste Wurstbude der Stadt, wo man dringend einen Senf kaufen muss, sonst hat man Zürich nicht erlebt. (Davon brennt der Gaumen.) Und trotzdem esse ich abends in der Kronenhalle, dem legendären Gourmet-Restaurant, in dessen Gästebuch Zeichnungen von Andy Warhol und Chagall zu finden sind. Die Wände hängen voller Kunst, und das Zürcher Geschnetzelte ist quasi dort erfunden worden. (Davon brennt dann die Kreditkarte.)

sehr viel teurer als woanders

Eine der schönsten Bars Zürichs heißt Rimini, am Fluss gelegen mit Stegen und Wasserspiel, der perfekte Platz für den Apéro, wie die Züricher sagen. Das hipste Restaurant, in das alle gerade wie wahnsinnig rennen, ist das Razzia. Es liegt in einem alten Stummfilm-Kino, und die Wartezeit für einen Tisch beträgt New-York-artig etwa drei Monate. Unbedingt muss man auch einmal das Hiltl probieren, das erste vegetarische Restaurant der Welt mit angeschlossener vegetarischer Metzgerei. Zum Frühstücken dann ins Maison Blunt – da sitzt man unter Zürichern, nicht unter Touristen.

Würde der Teufel an einem Fuß einen Goldbarren tragen und am anderen einen Steppschuh, dann wäre das ein gutes Bild für diese Stadt – denn gute Clubs gibt es auch. Das Hive zum Beispiel mit seinen zwei Tanzflächen. Auf einer davon steht übrigens ein Passbildautomat. Am besten streift man auch mal durch Zürich-West, das neu erschlossene Viertel mit seinen vielen Galerien.

Und ja, man braucht es sich nicht schönzureden: In Zürich ist alles tatsächlich sehr viel teurer als woanders. Ich halte das ganz schweizerisch: schweigen, und diese Stadt trotzdem genießen. Zur Beruhigung gibt es im Land ja ganz hervorragende Schokolade.

Prommers Tipps

Restaurant Josef

01 Restaurant Josef
Dinieren ohne Hauptgang
Gasometerstr. 24
8005 Zürich
+41/44/271 65 95

Badi

02 Badi Unterer Letten
Das schönste Schwimmbad der Stadt
Wasserwerkstr. 141,
8037 Zürich
+41/44/362 10 80

Restaurant Razzia

03 Restaurant Razzia
Der Dinner-Hotspot
Seefeldstr. 82 
8008 Zürich
+41/44/296 70 70

Hive

04 Hive + Gerold Chuchi
Cooler House-Music-Club und Restaurant mit legendärem Burger
Geroldstr. 5
8005 Zürich
+41/79/282 55 85

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