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Vier Geheimtipps für Venedig

, Christian Prommer

Als DJ reist Christian Prommer ständig um die Welt. Seine Arbeit führt ihn an die besten Orte jeder Stadt. Hier verrät er seine Geheimtipps.

Christian Prommer © Neda Rajabi
Christian Prommer

Christian Prommer wohnt in München, ist dort aber fast nie, weil er irgendwo auf der Welt gerade Musik macht.


Venedig ist zur Biennale-Zeit eine andere Stadt als sonst: Der Touristen-Tsunami, der über die Stadt fegt, sieht dann nicht nach Kreuzfahrtschiff und Massentourismus aus, sondern nach Künstlern, Galeristen und Sammlern. Und die vielen Gärten, Palazzi, Kirchen in der Stadt wirken noch viel dramatischer, weil meist noch ein Stück Kunst darin ­untergebracht ist.

Die Riesenmesse der Gegenwartskunst, die dieses Jahr noch bis Ende November stattfindet, lässt die Stadt ein bisschen leichter wirken. Sie scheint dann nicht so unter den Touristenmassen zu ächzen: Am ­frühen Nachmittag schon stehen unzählige Grüppchen von Menschen mit schrägen Ponys und Hornbrillen vor den Bars und schubsen die Sonne mit dem Klirren ihrer Aperol-Spritz-Gläser vom Himmel.

Was man sich bei 90 Nationenpavillons angucken soll? Der eine sagt: „Kanada, Japan, Griechenland; England nicht unbedingt, und der nordische Pavillon ist langweilig.“ Der Nächste: „Gott, der nordische ­Pavillon war so toll.“ Mir hat er in diesem Jahr auch am besten gefallen. Und Kanada war super. Und Japan. Und Griechenland. Und England.

Tapas auf Venezianisch

Capital-Cover 11/2015
Die aktuelle Capital

Für die Kunstpause empfiehlt sich das Restaurant In Paradiso in der Nähe der Länderpavillons – mein Lieblingsrestaurant in Venedig allerdings heißt Corte Sconta. Ich besuche es immer sofort, wenn ich in Venedig ankomme, weil es Sonntag und Montag zu hat. Es gibt dort ein Fischrisotto mit Lagunenfisch, von dem ich manchmal nachts träume.

Meine Freunde aus Venedig gehen am liebsten in die Osteria Al Timon, wo sie das bestellen, was in Venedig cicchetti heißt – eine Art Tapas auf Venezianisch: kleine Häppchen, etwa frittierter Mozzarella, Stockfischmus, Schinken, Käse, Eier, Oliven, Fisch- und Fleischklopse – lauter Spezereien auf Brot oder mit Zahnstochern drin. In Venedig geht es die ganze Zeit um diese Cicchetti, man kriegt sie in Osterien oder in Cicchetti-Bars, die bàcari heißen, und trinkt ein 0,1-Liter-Glas Wein dazu – und zwar zu jeder Tageszeit.

Außer der legendären Harry’s Bar, wo nicht nur der Bellini, sondern auch das Carpaccio erfunden wurde, meide ich in Venedig alles, was von Touristen geliebt wird. Die Venezianer selbst leben im Sommer eine Parallelexistenz: Sie gehen nur frühmorgens oder spätabends auf die Straße, um die Touristenmassen zu meiden. Ich halte es wie sie: gehe spätabends aus dem Haus und komme frühmorgens wieder heim – nach einer langen Nacht im Cirq Club, dem besten Technoclub Venedigs, nur zehn Minuten von Venedigs Hauptinsel entfernt.

Prommers Tipps

Osteria al Timon

01 Osteria Al Timon
Die Cicchetti sind famos
Fondamenta degli Ormesini, 2754
+39 (0) 41 524 60 66

Technoclub Cirq

02 CirQ
Technoclub
Via Fossetta 72
cirq.it

Hotel Palazzina G

03 Palazzina G
Ein famoses Designhotel
Ramo Grassi, 3247
+39 (0) 41 528 46 44
palazzinag.com

Corte Sconta

04 Corte Sconta
Unbedingt das Fischrisotto probieren!
Calle del Pestrin Castello, 3886
+39 (0) 41 522 70 24
cortescontavenezia.it

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