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Vier Geheimtipps für Tokio

, Christian Prommer

Als DJ reist Christian Prommer ständig um die Welt. Seine Arbeit führt ihn an die besten Orte jeder Stadt. Hier verrät er seine Geheimtipps.

Christian Prommer © Neda Rajabi
Christian Prommer

Christian Prommer wohnt in München, ist dort aber fast nie, weil er irgendwo auf der Welt gerade Musik macht.


Tokio, das ist das unendliche Gezwitscher der Neonlichter, das Gelärme der Spielebars, die viel zu stark geschminkten Mädchen, die ihr Gegenüber erst mal nach der Blutgruppe fragen. Nicht wundern. Das entspricht in etwa unseren Sternzeichen. Und dann überall diese Automaten. Wie die für Krawatten. Wer es nachts nicht mehr nach Hause geschafft und in einer Schlafbox geschlafen hat, kann so am nächsten Morgen wenigstens mit einem frischen Binder im Büro erscheinen.

Nirgendwo auf der Welt gibt es so viele Menschen mit so vielen Spleens. Die Stadt ist gigantisch, atemberaubend, einfach verrückt, aber liebevoll. Die Japaner sind Meister der comichaften Bildsprache, alles ist sicher und einfach erklärt. Und wenn man sich doch mal verlaufen hat, kommt sofort Hilfe herbeigeeilt.

In Tokio gibt es diesen wunderbaren Freiwilligen-Service. Tokioter, die ihr Deutsch oder Englisch üben wollen, bieten sich – zum Beispiel über den Tourismusverband – als Stadtführer an. Als Gegenleistung erhalten sie nichts außer einem Mittagessen und der Bahnkarte.

226 Sternerestaurants

Ein Muss ist der Stadtteil Akihabara, in dem sich Spielsüchtige und Computernerds treffen. Dort gibt es auch diese seltsamen Maid-Cafes, wo junge Frauen im Dienstmädchen-Look mit Schokoladensoße Herzen auf die Teller malen. „Cosplay“ heißt das Rollenspiel, das im Zuge der Manga- und Anime-Bewegung sehr populär wurde.

Vor allem aber ist Tokio die Stadt mit den meisten Sternerestaurants der Welt: 226, davon zwölf mit drei Sternen. Kein Wunder, dass die Unesco das japanische Essen zum Kulturerbe erkoren hat. Es gibt sogar ein Restaurant in Tokio, in dem Erde gekocht wird: Im Ne Quittez Pas kommen Erdsuppe, Erdknödel und Erdsorbet auf den Tisch. Mein Lieblingsessen heißt Oyakodon, was übersetzt so viel heißt wie „Eltern-Kind-Gericht“, weil das Essen aus gebratenem Huhn mit Ei besteht – man vertilgt also eine ganze Familie.

Der Tsukiji-Fischmarkt ist der größte Meerestierumschlagplatz der Welt. Allerdings sind nur 120 Besucher am Tag erlaubt, weshalb einige Touristen bereits ab 5 Uhr morgens vor dem Eingang warten. Aber auch die Sushibars vor dem Markt sind sensationell. Hier gibt es den frischesten Fisch überhaupt.

Apropos Essen. Natürlich gibt es auch das aus Automaten. Wie den Salat, der unter LED-Lampen gleich wächst. Ach Tokio, du bist immer für eine Überraschung gut.

Prommers Tipps

Japanisches Restaurant © Getty Images

01 Traditionelles japanisches Restaurant
(bekannt aus der langen Kampfszene aus „Kill Bill“)
1-13-11, Nishi-Azabu, Minato-ku
+81/3/57 71 01 70
gonpachi.jp/nishiazabu

The Room © Chad Imes

02 The Room
Bester kleiner Club der Welt
Daihachi-Toto Bldg. B 1, 15-19,
Sakuragaoka-cho, Shibuya-ku
+81/3/34 61 71 67
theroom.jp

Tokyu Hands © Tetsya Ito

03 Tokyu Hands Shibuya
Tolles Kaufhaus für japanische
Küchenutensilien
12-18, Udagawa-cho, Shibuya-ku
+81/3/54 89 51 11
shibuya.tokyu-hands.co.jp

Womb

04 Womb
Techno-Club. Das Berghain von Tokio
2-16, Maruyama-cho, Shibuya-ku
+81/3/54 59 00 39
womb.co.jp

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