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Vier Geheimtipps für Skopje

, Christian Prommer

Als DJ reist Christian Prommer ständig um die Welt. Seine Arbeit führt ihn an die besten Orte jeder Stadt. Hier verrät er seine Geheimtipps.

Christian Prommer © Neda Rajabi
Christian Prommer

Christian Prommer wohnt in München, ist dort aber fast nie, weil er irgendwo auf der Welt gerade Musik macht.


Von der Gigantomanie im Balkanland Mazedonien hatte ich viel gehört. Von den marmornen und vergoldeten Statuen und Skulpturen, die die Straßen der Hauptstadt Skopje säumen; von Ministerien, die aussehen wie Tempel; von Bronzepferden, die aus Brunnen springen; und vom 22 Meter hohen Reiterstandbild, das offiziell „Krieger zu Pferde“ heißt und an Alexander den Großen erinnern soll. Den beanspruchen aber auch die Griechen für sich.

Völlig unerwartet begegnete ich jedoch dieser Riesentomate mit dem Durchmesser einer Wassermelone! Aufgeschnitten wie Filetsteak und über Salat gelegt, Salzlakekäse drüber, aufessen! Sie ist der größte Stolz der Mazedonier – und begründet zugleich ihre größte Angst: dass die Frucht bei einem EU-Beitritt die Beamten in Brüssel erschreckt und weichen müsste.

Wie ich nach Skopje gekommen bin, ist eine lustige Geschichte: Ein Mann verbrachte nach einer Trennung sechs Monate im Keller seines Freundes und durchstöberte dort aus Langeweile die eingelagerte Musiksammlung. Er wurde dabei so ein Enthusiast, dass er heute nach und nach alle Produzenten seiner Lieblingsplatten nach Skopje einlädt.

ganz schön James-Bond-mäßig

Capital-Cover 08/2015
Die aktuelle Capital

Die Anreise über Thessaloniki und den Landweg würde ich allein wegen der ursprünglichen Landschaft jedem empfehlen. In der Stadt mischen sich Luxuskarossen noch mit Pferdegespannen, ex-jugoslawische Größenwahnbauten mit Standbildern. Überall wird so ziemlich alles verkauft, was gefälscht werden kann. Die Szenerie sieht ganz schön James-Bond-mäßig aus.

Trotz ihrer Armut sind die Menschen feierlustig: eine Mischung aus Mazedoniern, Serben, Albanern, Bosniaken, Griechen, Türken, Roma. Das Nachtleben und die Musikszene erinnern ein wenig an das alternative Kreuzberg im Berlin der 1990er-Jahre, aber überschäumend wild und kreativ. Viele Restaurants, Bars und Clubs säumen den Fluss Vardar, eine Art Hauptschlagader Skopjes. Für Abenteuerlustige gibt es dort eine zweispurige Skate- und Mountainbike-Strecke.

Multikulti ist auch die Küche. Zum Probieren empfiehlt sich unbedingt das heimische Traditionsgericht Tavce Gravce. Die gebratenen Bohnen werden jeden Freitagmittag gekocht. Dazu trinkt man Unmengen Rotwein oder das Bier Skopsko und Mastiha-Schnaps mit Anis oder den Traubenschnaps Rakija, am besten selbst gebrannt. Ein anderes Nationalgericht, das Gjomleze heißt, wird im Schichtverfahren in einem Kochutensil namens Sach zubereitet, ähnlich einer Pastete mit Kruste. Auch danach ist ein Rakija sehr zu empfehlen.

Prommers Tipps

Skopski Merak

01 Skopski Merak
Traditionelles Restaurant
51 Debarcha
+389/2/321 22 15
skopskimerak.mk

Sektor 909

02 Sektor 909
Club mit cooler Bar
Bul Kliment Ohridski
+389/2/321 40 61

Bushi Resort + Spa

03 Bushi Resort + Spa
Bestes Hotel
Kjurchiska 21, Samoilova
+389/2/312 51 30
bushiresort.com

Alter Basar

04 Alter Basar
Markt für Foodies und Shopper
in Skopjes altem Handels- und
Marktviertel Centar

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