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Vier Geheimtipps für Neapel

, Christian Prommer

Als DJ reist Christian Prommer ständig um die Welt. Seine Arbeit führt ihn an die besten Orte jeder Stadt. Hier verrät er seine Geheimtipps.

Christian Prommer © Neda Rajabi
Christian Prommer

Christian Prommer wohnt in München, ist dort aber fast nie, weil er irgendwo auf der Welt gerade Musik macht.


So wie Neapel aussieht, müsste die Stadt eigentlich auseinanderfallen. Ich glaube, sie wird nur vom Stolz ihrer Einwohner zusammengehalten. Kaum etwas ist neu oder schön hergerichtet in dieser Stadt. Schon lange sind die schlechte Infrastruktur und die hohe Arbeitslosigkeit Nährboden für organisierte Kriminalität. Dazu die nicht enden wollenden Flüchtlingswellen. Neapel steht vor dem Kollaps.

Und trotzdem ist die Stadt eine Reise wert: nicht nur weil es von hier weitergeht an die Amalfiküste, nach Capri oder zum Vesuv. Die Stadt ist besser als ihr ramponierter Ruf.

„We don’t do drugs in Napoli – we do the pasta!“, erklärt mir mein Promoter Massimo mit ernster Miene, als er mich vom Flughafen abholt. Natürlich kommt man mit einem Vorurteil nach Neapel: Mafia, Drogenhandel, all das – gut, dass Massimo mir sofort das Spaghetti-Napoli-Bild in den Kopf zaubert. Von der Mafia haben viele Menschen in Süditalien die Schnauze voll: Es gibt inzwischen Läden, in denen man garantiert mafia­freie Waren kaufen kann, hergestellt von der Organisation Libera Terra. Die Produkte stammen von süditalienischen Ländereien, die man Mafiabossen abgenommen hat.

Kaffee zu trinken gilt als Menschenrecht

Spätestens seit dem Film „Eat Pray Love“ weiß jeder Mensch, wie gut man in Neapel essen kann: seitdem Julia Roberts bei Da Michele fast die Hose geplatzt ist, weil sie so viel der besten Margherita der Welt in sich hineingestopft hat. „Seitdem backt Michele 1500 Pizzen am Tag“, raunt mir Massimo zu. Kaffee muss man natürlich auch trinken in Neapel, in der Caffetteria San Domenico: Kaffee zu trinken gilt in Neapel als Menschenrecht. Viele Neapolitaner bezahlen zwei Kaffee, trinken aber nur einen – der zweite ist für die gedacht, denen das Geld dafür fehlt. Caffè sospeso sagt man einfach, „schwebender Kaffee“, dann stellt der Ober das nächste Mal einem Bedürftigen einen umsonst hin.

Einen Ausflug wert ist auch der Ort Montesarchio, 55 Kilometer von Neapel entfernt, am Fuße des Berges, an dem die Falanghina-Traube wächst. Ein paar Musikliebhaber betreiben dort einen Jazzclub namens Polyritmia. In dem kleinen Ort habe ich dicke Freundschaft geschlossen mit einer Köchin des Minirestaurants Falanghina: Jedes Mal wenn ich komme, buddelt sie mir an einem Geheimplatz porcini aus, Steinpilze, die sie mit Tagliatelle und Zitronensoße zubereitet – so köstlich, dass wir uns nur ansehen und kein Wort mehr brauchen. Nach viel Überredungskunst hat sie mir das Rezept zugesteckt. Auf dem Zettel steht: Nudeln kochen, Steinpilze dazu, Zitronensoße machen.

Aha, denke ich! Es wird wohl besser sein, das Gericht auch in Zukunft bei ihr zu essen.

Prommers Tipps

Tandem

01 TANDEM
Es gibt nur Gerichte mit Ragout, aber
die sind himmlisch
Via Giovanni Paladino 51
+39/081/19 00 24 68

Pizzeria

02 Pizzeria Gino Sorbillo
Die andere legendäre Pizza in Neapel
Via dei Tribunali 32
+39/081/44 66 43

Moses Club

03 Moses Club
House Music im Kellerclub
Via Vincenzo Petagna 15
+39/333/619 40 63

Kaffee © Laif

04 Caffetteria San Domenico
Beste Kaffeebar in Neapel
Piazza San Domenico Maggiore 11
+39/081/552 30 77

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