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Vier Geheimtipps für Amsterdam

, Christian Prommer

Als DJ reist Christian Prommer ständig um die Welt. Seine Arbeit führt ihn an die besten Orte jeder Stadt. Hier verrät er seine Geheimtipps.

Christian Prommer © Neda Rajabi
Christian Prommer

Christian Prommer wohnt in München, ist dort aber fast nie, weil er irgendwo auf der Welt gerade Musik macht.


Amsterdam hat einen Nachtbürgermeister. Das ist schon mal das erste Bemerkenswerte an dieser Stadt. Weil es nämlich auch für ordentliche Tagespolitiker durchaus interessant ist, zu erfahren, was in ihrer Stadt alles Wildes passiert, wenn es dunkel ist. Mirik Milan heißt der Ehrenamtliche, und er lebt quasi in und für Amsterdams Nacht. So etwas ist auch dringend notwendig in einer Stadt, in der sich alle am liebsten mit einem kühlen Amstel zuprosten – oder wahlweise einen gepflegten Joint rumreichen. Amsterdam, schon seit dem 16. Jahrhundert Metropole der Toleranz für verfolgte Protestanten und Juden, ist heute für Nachtvögel ungefähr das Gleiche wie Las Vegas für Spieler.

Neben der Nacht feiert diese Stadt besonders die Kunst. Im 17. Jahrhundert malten 700 Künstler über 70 000 Kunstwerke pro Jahr für das damals wachsende, kunsthungrige Bürgertum. Und jetzt sind auch endlich die drei wichtigsten Sammlungen, das Rijksmuseum, das Van Gogh Museum und das Stedelijk Museum, nach Renovierungsarbeiten wieder offen. In Amsterdam finde sogar ich mich – egal, wie verkatert ich bin – in einer Museumsschlange wieder. Im Rijksmuseum darf man neuerdings sogar alles fotografieren und seine eigene Kunst daraus machen. Ich mag das: Das Prinzip des Samples ist auch die Grundlage meiner Musik. Neulich hat ein Künstler eine Halskrause aus dem Goldenen Zeitalter fotografiert und von einem 3-D-Drucker ausdrucken lassen – so lebt die Kunst in der Moderne weiter.

Kult um Kroketten

Von außen denkt man ja gern, dass Holland nur aus Fahrrädern, Käse, Tulpen und Arjen Robben besteht. Ist natürlich gar nicht so (bis auf die Fahrräder vielleicht). Amsterdams geheimes Nationalgericht heißt: Kroketten. Für uns Fast Food, für die Amsterdamer: drei Tage Aufwand. Immer wenn ich in Amsterdam ankomme, kaufe ich mir eine sauheiße, vor Fett triefende Krokettenauswahl und verbrenne mir trotz jahrelanger Erfahrung den Mund. Auch sehr gut in Amsterdam: japanische Restaurants. Das Yamazato im Hotel Okura zum Beispiel. Oder das Serre im gleichen Haus, das ganz neu auch ein „sail away menu“ anbietet: für Leute, die mit dem Boot vorbeikommen. Die meisten kommen allerdings tatsächlich mit dem Fahrrad.

Ein wichtiger Hinweis übrigens bei der Fahrradnutzung: immer anketten! Ansonsten droht man Opfer des großen Volkssports zu werden, des Fahrradschmeißens. Fahrräder landen in Amsterdam spaßeshalber schnell mal in der Gracht. 

Prommers Tipps

Eestalon Van Dobben

01 Eestalon Van Dobben
Der Krokettentempel
Korte Reguliersdwardsstraat 5-7-9
+31/20/624 42 00
eetsalonvandobben.nl

Lloyd

02 LLOYD
Ein Hotel, viele Zimmer. Manche haben fünf, andere nur einen Stern
Oostelijke Handelskade 34
+31/20/561 36 36
hotelswelove.com/lloyd-hotel

Club Trouw

03 Trouw
Bester Club: rohe Betonwände und brutal guter Sound
Wibautstraat 127–131
+31/20/463 77 88
trouwamsterdam.nl

Okura

04 Okura
Bestes japanisches Sternerestaurant
Ferdinand Bolstraat 333
+31/20/678 74 50
okura.nl

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