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Firmen schützen sich vor Stromausfällen

, Thomas Steinmann und Jakob Schlandt

Deutsche Unternehmen verlieren zunehmend das Vertrauen in das Stromnetz. Davon profitieren Hersteller von Energietechnik, denn die Nachfrage nach Anlagen zur Überbrückung von Blackouts steigt.

Kraftwerk in Mannheim © Werner Ammann
Kraftwerkssteuerung in Mannheim: Immer öfter muss die Anlage auf Anweisung der Netzbetreiber seine Fahrweise ändern

Aus Angst vor den Folgen der Energiewende sichern sich immer mehr Unternehmen mit einer eigenen aufwendigen Notstromversorgung ab. Wie Capital in seiner neuen Ausgabe berichtet, verzeichnen die Anbieter von Netzersatzlösungen eine wachsende Nachfrage nach Anlagen, die Firmen im Ernstfall eine Unabhängigkeit vom Stromnetz ermöglichen – bis hin zu einer Dauer von mehreren Tagen. Hintergrund ist die Zunahme kurzer Stromausfälle und massiver Spannungsschwankungen im Netz, die auf den rasanten Ausbau der schwankungsanfälligen Erneuerbaren Energien zurückgehen.

Einer der Profiteure ist der Schweizer Energietechnikkonzern ABB. Es gebe mehr Unternehmen, die sich über die Möglichkeiten zur Absicherung beraten lassen wollen, sagte Alexander Frick, Leiter des Bereichs Anlagenoptimierung bei ABB. Auch der mittelständische Anbieter E-Tec Power Management aus der Nähe von Düsseldorf registriert eine stark gestiegene Nachfrage. „Die Unsicherheit durch die Energiewende treibt uns die Kunden zu“, sagte Prokurist Michael Hallen. Besonders nachgefragt seien Anlagen, die einen längeren Stromausfall überbrücken können. In den vergangenen Jahren hat der Umsatz von E-Tec jeweils um 15 bis 25 Prozent zugelegt.

Nach Hallens Angaben ist der Trend zu einer stärkeren Absicherung bei Unternehmen verschiedener Größen und aus unterschiedlichen Branchen feststellbar. In letzter Zeit habe seine Firma unter anderem die Kölner Verkehrsbetriebe, einen Logistiker und die Wirtschaftsauskunftei Creditreform bei der Stromabsicherung mit Anlagen und Service beliefert. Sogar ein ganzer Gewerbepark wolle sich mit Anlagen von E-Tec absichern, sagte Hallen. Die Firmen fürchteten wegen der gesunkenen Netzqualität nicht nur Produktionsausfälle und Schäden an teuren Maschinen, sondern auch hohe Vertragsstrafen bei Lieferverzögerungen. „Daher sichern sich auch immer häufiger Produktionsbetriebe aufwendig ab“, sagte Hallen.

Stromausfälle nehmen zu

Cover der neuen Capital
Die neue Capital, am 23. Januar im Handel

Allein Creditreform hat bislang nach eigenen Angaben einen hohen sechsstelligen Betrag investiert, um sich abzusichern. „Wir verlassen und nicht mehr auf das Stromnetz“, sagte Maik Röse, der bei der Auskunftei das Rechenzentrum leitet. Bei Messungen habe er festgestellt, dass kleinere Stromausfälle, Spannungsschwankungen und Wischer im Netz häufiger geworden seien. Dieser Befund deckt sich mit Umfragen von Wirtschaftsverbänden. Sie fordern, dass Stromausfälle künftig nicht erst ab einer Dauer von drei Minuten in der offiziellen Statistik erfasst werden.

Knapp 16 Minuten dauerte 2012 ein Stromausfall im Schnitt. Dieser Wert liegt unterhalb des Mittelwerts der Jahre 2006 bis 2011. Deutschlands Stromsystem bleibt damit eines der sichersten der Welt. In der Statistik werden allerdings nur Unterbrechungen von mindestens drei Minuten erfasst. Nach Umfragen von Wirtschaftsverbänden haben in den Unternehmen kurze Stromausfälle und Spannungsschwankungen seit dem Start der Energiewende allerdings deutlich zugenommen.

Die ganze Reportage  lesen Sie in der Februar-Ausgabe der Capital, die am 23. Januar erscheint. Hier können Sie sich die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.  


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