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Drei Rocket-Firmen sollen 2017 profitabel werden

, Marina Zapf, Nils Kreimeier und Christian Kirchner

Rocket Internet hält trotz Gegenwind an seinem Versprechen fest: Drei Firmen sollen in diesem Jahr schwarze Zahlen abliefern - nur welche?

Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer © Getty Images
Oliver Samwer, Chef von Rocket Internet, bei einer Berliner Konferenz im Juni 2016

Das Berliner Internet-Unternehmen Rocket Internet will trotz anhaltender Probleme in diesem Jahr mehrere Beteiligungen in die schwarzen Zahlen bringen. „An dem Ziel, dass im vierten Quartal 2017 drei Unternehmen die Profitabilität erreichen, halten wir fest“, sagte Finanzchef Peter Kimpel Capital (Ausgabe 2/2017, EVT 19. Januar). „Wir haben eine gewisse Idee, welche Unternehmen es sein werden, aber dazu äußern wir uns nicht.“

Sowohl die Rocket Holding als auch die wichtigsten Beteiligungen schrieben im vergangenen Jahr immer noch hohe Verluste. Zugleich mussten die Werte gleich mehrerer Unternehmen nach unten korrigiert werden – wie beim Möbelhändler Home 24, dem Kochboxen-Lieferanten Hellofresh und der Modegruppe Global Fashion Group. Die Essenslieferanten Delivery Hero und Foodpanda, beides Rocket-Beteiligungen, wurden in einer Firma zusammengefasst. Kimpel bezeichnete das als Versuch, „das Unternehmen weniger komplex zu gestalten“.

Mehr als 100 Firmen hat Rocket hochgezogen

Zu Spekulationen über einen möglichen Strategiewechsel der Holding sagte der Finanzchef: „Wir bauen weiterhin Unternehmen von null an auf. Wir inkubieren in signifikantem Maße. Und wir haben immer investiert und machen es auch weiter. Beides sind gleichwertige Säulen unseres Geschäftsmodells.“

Capital 02/2017
Die neue Capital erscheint am 19. Januar

Nur funktioniert die Rocket-Idee nicht mehr. Der Rocket-Grundgedanke war, amerikanische E-Commerce-Ideen zu imitieren, mit viel Geld und Werbung groß zu machen und die Klone dann an den Start zu bringen. Und dann verkaufen. Mehr als 100 Firmen hat Rocket auf diese Weise hochgezogen, die in über 120 Ländern aktiv sind. Eine solche Gründerfabrik hatte Deutschland noch nicht gesehen. Dabei war egal, ob das jeweilige Konzept geklaut war oder nicht.

Obwohl CEO Oliver Samwer alle Beteiligungen antreibt, ihre Verluste zu kappen, sind die Zahlen tiefrot: Die Rocket Holding machte in den ersten neun Monaten 2016 nach Steuern einen Verlust von 642 Mio. Euro, bei knapp 40 Mio. Euro Umsatz. Das ist deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum, als das Unternehmen nur 60 Mio. Euro verbrannte. Problematisch dabei und was Anleger nicht mögen: Die Ergebnisse einzelner Beteiligungen im Rocket-Geflecht lassen sich oft nur schwer nachvollziehen. Ausgewiesen werden immer nur ausgewählte Ventures.

An den Märkten sinkt seit geraumer Zeit das Vertrauen in Rocket. Als das Unternehmen im Oktober 2014 an die Börse ging, waren die Erwartungen groß. Inzwischen hat sich der Wert der Aktie halbiert und dümpelt seit einem Jahr vor sich hin. „Die besten E-Commerce-Modelle sind durch“, sagt ein früherer Mitstreiter Samwers. „Die Zeit der Kopien ist vorbei. Ein Stück DNA klauen, Experten draufsetzen, skalieren – das war einfach. Aber es wird immer schwieriger, je komplexer die Modelle werden.“

Rocket Internet Aktie

Rocket Internet Aktie Chart
Kursanbieter: L&S RT

Die ganze Geschichte über Rocket Internet lesen Sie in der Februar-Ausgabe von Capital, die am 19. Januar erscheint. Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes, GooglePlay und Amazon


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