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Under Armour greift im Fussball an

, Thomas Steinmann

In den USA ist die Sportmarke schon die Nummer zwei - hinter Nike, aber vor Adidas. Um nun auch die Welt zu erobern, rüsten die Amerikaner im Fußballgeschäft auf.

Im Showroom präsentiert Under Armour seine neuen Laufschuhe © Sima Dehgani
Im Showroom präsentiert Under Armour seine neuen Laufschuhe

Der US-Sportartikelhersteller Under Armour will im Fußballgeschäft in Deutschland und Europa aufrüsten. „Wir brauchen langfristig ein Portfolio von zehn, 20, 30 Spielern, um wirklich sichtbar zu sein. Da müssen wir auch Geld in die Hand nehmen“, sagte der für das Auslandsgeschäft zuständige Under-Armour-Vorstand Charlie Maurath Capital (Ausgabe 4/2016, EVT 17. März).

Das rasant wachsende US-Unternehmen ist nach Umsatz bereits die drittgrößte Sportmarke der Welt – hinter Nike und Adidas. Im Fußball hinkt Under Armour aber noch weit hinter den Konkurrenten hinterher. Im Sommer starten die Amerikaner ihre Offensive im deutschen Profifußball als Ausrüster des Zweitligisten FC St. Pauli.

Capital 04/2016
Die neue Capital erscheint am 17. März

Darüber hinaus wird Under Armour Interesse an Erstliga-Clubs wie Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach nachgesagt. Auch wird immer wieder spekuliert, dass sich das Unternehmen am nun richtig anlaufenden Bietergefecht um den neuen Ausrüstervertrag beim DFB ab 2018 beteiligen könnte. Die Nationalmannschaft ist eines der wichtigsten Assets von Rivale Adidas. Under Armours Chief Revenue Officer Maurath, der bis zu seinem Wechsel 2012 fast 23 Jahre für Adidas gearbeitet hat, hielt sich zu diesen Spekulationen bedeckt. Es würden viele Gerüchte gestreut, sagte er. In der Branche wüssten alle, dass Under Armour bei Top-Werten bereit sei, mehr zu zahlen als andere.

Tatsächlich halten es Handels- und Markenexperten für erforderlich, dass die bislang vor allem in den USA starke Marke ihr Engagement im reichweitenstarken Fußballgeschäft ausbaut. „Für die Präsenz in Deutschland wird entscheidend sein, dass Under Armour noch den einen oder anderen Verein und Spieler aus der Bundesliga gewinnt“, sagt Jochen Schnell, Vorstand beim größten deutschen Sporthändlerverbund Intersport. Allerdings müssten die Partner auch zu der Marke und ihrer DNA passen.

globale Wachstumsstrategie

Im Kampf um Ausrüsterverträge mit Spielern und Vereinen komme mit Under Armour „ein zusätzlicher ambitionierter Player auf den Markt“, sagte der Geschäftsführer des FC St. Pauli, Andreas Rettig, im Gespräch mit Capital. Der Deal mit der US-Marke sei für den Verein „ein echtes Asset“ – unter anderem, weil der neue Ausrüster dem Kiezclub dabei helfen soll, sich im Ausland besser zu vermarkten. Under Armour sei für den FC St. Pauli „eine gute Brücke in den US-Markt“, sagte Rettig.

Das verstärkte Engagement im Fußball ist Teil der globalen Wachstumsstrategie, mit der Under Armour den Abstand zu den Wettbewerbern verkürzen will. Bislang macht das Unternehmen fast 90 Prozent seines Umsatzes von zuletzt knapp 4 Mrd. Dollar in Nordamerika. Ziel sei es, den internationalen Umsatz bis 2020 auf 3 Mrd. Dollar zu steigern, sagte Maurath.

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