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Umfrage: Wer will E-Autos?

, Capital-Redaktion

E-Autos müssen billiger und leistungsstärker werden, damit die Deutschen umsteigen. Ansonsten haben die vielen neuen Modelle keine Chance. Das zeigt eine exklusive Umfrage

Ein Elektroauto vom Typ BMW i3 wird aufgeladen © dpa
Ein Elektroauto vom Typ BMW i3 wird aufgeladen

Auf dem deutschen Automarkt gibt es einen Widerspruch: Egal ob Industrievertreter oder Politiker, alle preisen Elektroautos als Technik der Zukunft. Kein Tag, an dem Daimler, BMW oder Volkswagen nicht eine neue Initiative oder ein neues E-Modell vorstellen. Doch in den Autohäusern wirken die Stromer wie Museumsstücke – unverkäuflich. Trotz großer Werbekampagnen und üppiger Zuschüsse des Staates kommen Elektroautos nur auf einen Marktanteil von weniger als einem Prozent. Die staatliche Kaufprämie wurde in dem Jahr seit ihrer Einführung nur in 23.000 Fällen beantragt – das entspricht nicht einmal einem Zehntel der möglichen Fördersumme.

Dieser Widerspruch spiegelt sich auch in der Meinung der Bevölkerung – und damit der potenziellen Kunden. Zwar ist fast die Hälfte sicher, dass in spätestens 20 Jahren überwiegend elektrisch gefahren wird. Auf das Kaufverhalten aber hat das keinerlei Einfluss. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Forschungsinstituts Yougov unter 2000 Deutschen, die Capital und der Energieversorger -Innogy gemeinsam in Auftrag gegeben hatten.

Die Deutschen kaufen nicht nur keine Elektroautos, sie probieren sie nicht einmal aus. 84 Prozent sind noch nie mit einem E-Mobil gefahren. Die Gründe sind eindeutig: Die auf dem Markt verfügbaren Fahrzeuge sind den Leuten zu teuer. Zudem schreckt eine Frage ab: Wie weit komme ich, bis die Batterie leer ist? Da können Experten noch so häufig erklären, dass die meisten Fahrten ohnehin in der Stadt stattfinden: Die Deutschen fürchten sich davor, in der Pampa liegen zu bleiben. Und da sind derzeitige Reichweiten von höchstens 400 Kilometern wenig beruhigend.

Ebenfalls alarmierend für deutsche Hersteller: Sie spielen als Anbieter von Elektroautos in der Wahrnehmung der Kunden nur eine Nebenrolle. Der US-Autobauer Tesla hat ihnen den Rang abgelaufen.

Für das Interesse an Elektroautos spielt es zudem kaum eine Rolle, ob die Befragten auf dem Land oder in der Stadt wohnen. Oder wie gut ihre Ausbildung ist. Für alle gilt fast in gleichem Ausmaß: Elektroautos sind etwas, was irgendwann und irgendwo stattfindet. Aber nicht in der eigenen Garage.


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