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Deutsche Elite sieht Trump als Risiko

, Capital-Redaktion

Elite-Panel-Umfrage: Die große Mehrheit der deutschen Top-Entscheider sieht den künftigen US-Präsidenten Donald Trump als großes Risiko

Donald Trump im Aufzug © Getty Images
Auf- oder abwärts? Die Top-Entscheider erwarten nichts Gutes vom gewählten US-Präsidenten Donald Trump

Deutschlands Top-Entscheider sehen der Amtsübernahme des neuen US-Präsidenten Donald Trump mit Sorge entgegen. Nahezu alle Führungsspitzen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung verbinden mit der neuen US-Präsidentschaft große Risiken (45 Prozent) beziehungsweise begrenzte Risiken (51 Prozent). Fast jeder zweite Top-Entscheider (48 Prozent) rechnet künftig mit außenpolitischen Risiken, ein gutes Drittel (34 Prozent) mit wirtschaftlicher Abschottung und Protektionismus, 23 Prozent erwarten finanz- und wirtschaftspolitische Risiken.

Trump hat angekündigt, den freien Handel einzuschränken. Einheimischen und ausländischen Autobauern – auch deutschen – drohte er mit Strafzöllen, wenn sie in Mexiko produzierte Fahrzeuge in den USA verkaufen wollen. Ziel ist es, die Produktion in die Vereinigten Staaten zu holen. Ford nahm von Investitionen in mexikanische Werke bereits Abstand. Stattdessen sollen Standorte in den USA ausgebaut werden. Trump wertete das als Erfolg seiner Politik.

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Eine große Mehrheit der Elite ist trotzdem skeptisch, ob Trump sein Wahlversprechen einlösen kann, die wirtschaftliche Lage und die Zukunftsaussichten vieler Amerikaner zu verbessern. Zwei Drittel halten das für unwahrscheinlich, ein knappes Drittel meint, es könne gelingen.

Über die mittelfristige Entwicklung der US-Wirtschaft sind sich die Entscheider uneins: Während 33 Prozent meinen, die US-Wirtschaft wird von Trump profitieren, sagen 36 Prozent, sie wird Schaden nehmen und 28 Prozent, es wird sich nicht viel ändern. Gut drei Viertel der Befragten (76 Prozent) gehen unter anderem deshalb davon aus, dass die soziale Spaltung in den USA noch zunehmen wird. Darüber hinaus erwarten 68 Prozent eine zunehmende politische Polarisierung in den USA.

Mit einer Verschlechterung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses unter Trump rechnen 49 Prozent, nur zwei Prozent sehen Chancen für eine Verbesserung. 47 Prozent gehen von stabilen Beziehungen aus. Von der Bundesregierung erhoffen sich 60 Prozent, dass sie die deutschen Positionen deutlich macht, auch auf die Gefahr hin, dass das die Beziehung beeinträchtigt.


Das „Capital-FAZ-Elite-Panel“ ist Europas am prominentesten besetzte Führungskräfte-Umfrage. Das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) führt sie seit 1987 zwei Mal im Jahr für das Wirtschaftsmagazin ‘Capital’ durch, 2015 ist die FAZ als weiterer Auftraggeber hinzu­gekommen. Unter den aktuell 517 befragten Top-Entscheidern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung sind 68 Vorstände aus Konzernen mit mehr als 20.000 Beschäftigten sowie 24 Ministerpräsidenten und Minister und 24 Leiter von Bundesbehörden. Die Interviews wurden vom 30. November bis 20. Dezember 2016 geführt.


Das vollständige Elite-Panel mit vielen Grafiken und einem Interview mit Renate Köcher finden Sie in der Februar-Ausgabe von Capital, die am 19. Januar erscheint. Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes, GooglePlay und Amazon


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