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Technikgepäck

, Georg Dahm

Wir alle brauchen ständig neue Technik. Georg Dahm lotst uns durch den digitalen Dschungel. Diesmal: Gepäck für das digitale Leben

Rucksack
Rucksack als Kameratasche: Bequem und rückenschonend

Georg Dahm ist Journalist und Gründer des Wissenschaftsmagazins „Substanz“


Georg Dahm ist Journalist und Gründer des Wissenschaftsmagazins "Substanz". Für Capital schreibt er die Kolumne "Mein digitales Leben"


Warum Führungskräfte zur Domina gehen, um sich ihr übersteigertes Ego niedergerten zu lassen, hat sich mir nie erschlossen. Wer sich als nichtsnutziger, unwürdiger Wurm fühlen will, braucht doch nur einen Termin beim Physiotherapeuten. Was da mit Spiegelwand und Gummiball passiert, ist demütigend genug. Und dann diese unvermeidlichen Hinweise darauf, dass man ja ALLES falsch macht: Gehen, stehen, sitzen, liegen – und, oh mein Gott, Sie benutzen eine UMHÄNGETASCHE?

Ja. Auf Reisen benutze ich sogar zwei. Wie sonst den Technikzoo aus Laptop, Tablet, Netzteilen, Kabeln, Adaptern, Akkus, Festplatte, Kopfhörer, Kartenleser und Smartphone bändigen und in Bahn, Bus, Flugzeug griffbereit haben – vom Papierkram ganz zu schweigen?

Gewiss ist es orthopädisch unklug, einen Büro-Doppelzentner auf eine Schulter zu wuchten, während an der anderen die Reisetasche zerrt. Auch laufe ich stets Gefahr, mich beim Bahnsteigsprint zwischen sich kreuzenden Riemen zu strangulieren. Mehr als den Tod aber fürchtete ich stets die zwei ästhetischen Reise-Todsünden. Erstens: Rucksack zum Anzug. Zweitens: den Kabinen-Trolley, diesen Gepäck-Fiffi mit seinem ekligen Huckepack, dem Nylon-Laptop-Taschengeschwulst in den Varianten Dell, Lenovo oder HP – das moderne Gepäckäquivalent zum busreisenden Rentner im beigen Popeline-Look.

Aber Altersmilde und Angst vor Knorpelverschleiß weichen diese Front auf. Das und die Erkenntnis, dass es klügere Arten gibt, mit Digitalkram zu reisen, als meine. Ich staune jedenfalls immer noch darüber, wie der Inhalt meiner Techniktasche wohlsortiert in den Außenfächern des Crumpler Track Jack Board Backpack verschwand. Und dann war das Hauptfach immer noch frei für den zivilen Teil der Reiseausstattung. Gut, man schlingert mit einem ausladenden Buckel durch den Bus, und in der Hand trägt sich der Rucksack sehr unangenehm. Aber in der Track-Jack-Serie finden sich auch Varianten wie der handfreundlichere Board Case. Und der, nun ist es raus, Board Trolley. Ich gestehe: rückenschonend, gesellschaftsfähig und für die Technik-Jonglage fast so praktisch wie der Board Backpack – auch wenn er bei voller Beladung leicht vornüberkippt.

Nach diesem Dammbruch fühlte ich mich reif für die Rollkoffer-Oberliga. Wobei kaum ein Modell Techniktauglichkeit mit vernünftigem Volumen verbindet. Der Samsonite Pro-DLX 4 Mobile Office (269 Euro, samsonite.de) zum Beispiel nimmt mein Arsenal sehr sinnvoll auf, aber im Hauptfach bekomme ich nicht mal Laufschuhe unter – dann lieber für 40 Euro mehr das größere Modell Upright. In die richtige Richtung geht der Victorinox Spectra 2.0 – bloß hat er vier Räder.  Vier Räder mit Doppelreifen! Das ist wie Hosenträger und Gürtel. So weit bin ich nicht. Noch nicht.

Vielleicht aber nach dem ersten Bandscheibenvorfall.

Tragen

Trackjack

Zwischen den Unterhosen nach dem Laptop kramen – es gibt würdevollere Arten, mit Technik zu reisen. Gut durchdacht ist die Track-Jack-Serie von Crumpler. Hier als Rucksack.
Track Jack Board Backpack
(crumpler.eu, 159 Euro)

Ziehen

Victorinox

Vier Rollen sind eigentlich zwei zu viel, aber praktische Fächer kann man nie genug haben.
Spectra 2.0 Dual-Access Carry-On
(verschiedene Größen, ab circa 320 Euro, victorinox.com )

Knipsen

Booq Boa Flow

Für alle, die Spiegelreflexkamera und Laptop mitnehmen: Der ungewöhnlich geformte Rucksack Booq Boa Flow hat ein gepolstertes Kamerafach. Wer spartanisch packt, schafft damit auch eine Übernachtung.
Booq Boa Flow
(225 Euro, booqeurope.com)

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