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Start-up nach Nokia

, Nils Kreimeier

Finnland war Nokia, Nokia war Finnland. Doch seit es bergab mit der Ikone geht, wird ein ganzes Land zum Start-up. Im Video berichtet Nils Kreimeier über ein Land in Bewegung.

Finnland, das Land am nördlichen Rand Europas erfindet sich neu. Jahrelang war es vor allem von einem Konzern abhängig: Nokia – das zu Hochzeiten für fast ein Fünftel der finnischen Exporte verantwortlich war. Die Jahre 2011 und 2012 aber beendete die Firma mit satten Verlusten. Die finnische Leistungsbilanz hat jahrelang ordentlichen Überschuss ausgewiesen – nun ist sie tief ins Minus gerutscht. Nokia kannte lange nur Wachstum – in den letzten drei Jahren hat der Konzern mehr als 34.000 Jobs gestrichen, ein Viertel davon in Finnland. Spätestens seit dem Verkauf seiner Handy-Sparte an Microsoft ist Nokia nicht mehr Finnlands Versorger.

Das Wirtschaftswunder, das sich zuvor 15 Jahre in Finnland abspielte, wird historisch wohl einmalig bleiben. Der Nokia-Konzern, der als Hersteller von Papier und Gummistiefeln begonnen hatte, schwang sich Ende der 90er-Jahre zum größten Handyproduzenten der Welt auf. Die Modelle 1100, 6210 und 6230 gehörten zu den meistverkauften Mobiltelefonen der Welt.

Slush-Konferenz: Bei dem Technologie-Event in Helsinki ging es bunt zu © Osma Harvilahti
Slush-Konferenz: Bei dem Technologie-Event in Helsinki ging es bunt zu

Für die Finnen, ein Volk von fünfeinhalb Millionen Menschen, bedeutete das eine Sensation. Nokia war für sie wie Daimler, Siemens und BASF in einem. In seinen besten Zeiten stemmte das Unternehmen fünf Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Wer im Land einen technischen Beruf anstrebte und Karriere machen wollte, der landete irgendwann bei Nokia. Finnland war Nokia, und Nokia war Finnland.

Doch seit die Touchscreen-Riesen Apple und Samsung den Markt aufrollen, ist dieses Wunder vorbei. Finnlands Arbeitslosenquote stieg auf 8,1 Prozent und ist damit die höchste in Nordeuropa. Niemand würde sich wundern, wenn ein Land in einer solchen Lage in eine tiefe Depression fallen würde. Aber: Davon ist in Finnland nichts zu spüren.

Start-ups wie Zen Robotics, Indoor Atlas, Dealdash und Cornfox machen sich auf den Weg nach oben. Und mit  Jolla gibt es auch ein Smartphone aus Finnland. „Man hat uns immer für verrückt gehalten, aber dieses Land hat nun einmal ein großes technologisches Erbe“, sagt Jolla-Chef Marc Dillon. Seit kurzem stehen die Telefone tatsächlich zum Verkauf. 

Die ganze Reportage über Finnland nach Nokia finden Sie in der aktuellen Capital. Hier können Sie sich die iPad-Ausgabe  herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


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