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  • Interview

„Sparguthaben sind eine doppelte Wette“

, Christian Kirchner

UBS-Chefstratege Haefele kritisiert das Sicherheitsdenken vieler Anleger. Für 2015 rät er zu US-Aktien und Anleihen - und warnt vor Rohstoffen.

Mark Haefele
UBS-Chefstratege Mark Haefele

Mark Haefele, Chefstratege der Schweizer Großbank UBS, hält das Sicherheitsdenken vieler Anleger für fatal. „Stark in Bargeld und Sparguthaben investiert zu sein, ist eine doppelte Wette – einerseits gegen die Geschichte, in der Aktien hohe reale Erträge gebracht haben, Bargeld dagegen nicht mal den Inflationsausgleich“, sagte Haefele im Interview mit Capital. Und andererseits sei es eine Wette gegen Notenbankchef Mario Draghi, der angekündigt habe, mit allen Mitteln die Inflation wieder anzuheizen. „Wollen Sie diese Wette wirklich eingehen?“

Capital 01/2015

Kritik übte Haefele auch am Krisenmanagement in der Eurozone, das „bislang weniger koordiniert und entschlossen als in den USA“ sei. Nicht nachvollziehbar ist für den Anlagestrategen beispielsweise die Skepsis im Zusammenhang mit den Bankenstresstests im Oktober. „Sie waren strikter und die Ergebnisse glaubhafter denn je – da könnte man sich doch hinstellen und sagen: ‚Das war ein Erfolg, wir haben nun das stabilste Bankensystem aller Zeiten.“ Besonders für Investoren wäre dies Haefele zufolge ein hilfreiches Signal gewesen. „Doch was passierte? Vertreter der Bundesbank erklärten erst einmal, dass noch viel mehr zu tun sei“, ereiferte er sich gegenüber Capital. Fest stehe aber, dass die Probleme mit Austeri­tät allein nicht lösbar seien.

Im Hinblick auf das Börsenjahr 2015 verriet Haefele im Capital-Interview: „Wir favorisieren Engagements in US-Aktien und Anleihen. Bei Rentenpapieren geben wir Unternehmens­anleihen und hochverzinslichen Papieren den Vorzug vor Staatsanleihen.“ Darüber hinaus sei er eher pessimistisch, was die Perspektiven von Schwellenländern betreffe. Demnach könn­ten viele Staaten Schwierigkeiten mit einem stärker zu erwartenden Dollar bekommen, da ein Teil ihrer Schulden in Dollar denominiert sei.

Zudem empfiehlt Haefele Anlagern, Rohstoffe zu meiden. „Derzeit raten wir unseren Kunden, ohne Rohstoffe ins neue Jahr zu gehen“, sagte der Chefstratege. Im Kern rechne er mit allen­falls anleiheähnlichen Erträgen bei aktienähnlichen Schwankungen. „Das klingt nicht nach einer besonders attraktiven Anlage.“

Das vollständige Interview können Sie in der Januar-Ausgabe von Capital lesen, die am 18. Dezember erscheint. Hier können Sie sich die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


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