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Sparer warten vergeblich auf Zinswende

, von Christian Kirchner

Die Inflation kehrt zurück, doch die Zinsen bleiben noch lange niedrig, sagt Comdirect-Chef Arno Walter.

Arno Walter © Katrin Binner
Arno Walter ist seit März 2015 der Comdirect, der drittgrößten Direktbank in Deutschland

Comdirect Bank-Chef Arno Walter sieht die Zinsen noch für lange Zeit auf niedrigem Niveau. „Ich fürchte, dass es auch in absehbarer Zeit keine Wende bei den kurzfristigen Zinsen geben wird“, sagte Walter im Capital-Interview (Ausgabe 2/2017). Umso wichtiger sei es für Anleger, verstärkt auf rentablere Anlageformen zu setzen. Er beobachte in diesem Punkt ein vorsichtiges Umdenken. „Die Mehrheit hat verstanden, dass sie mit Sparprodukten und Einlagen deutliche Verluste macht. Lange Zeiten hielten Sparer Niedrigzinsen für einen temporären Effekt, der bald wieder verschwindet. Sie merken nun, dass dem nicht so ist.“

Capital 02/2017
Die aktuelle Capital

Ein Hauptgrund für die Scheu vor rentableren Anlageformen ist für Walter der Mangel an Finanz-Bildung. „Viele haben Schwierigkeiten, Dinge wie Zins und Dividende zu unterscheiden“, erklärte der 49-Jährige. „Dadurch werden auch die Risiken von Aktien falsch eingeschätzt.“ Zudem säßen bei vielen Anlegern die schlechten Erfahrungen mit Aktien zur Jahrtausendwende noch tief.

Bei den Dienstleistungen der Banken sieht Walter neue Kosten auf die Kunden zukommen. „Die ganze Branche denkt bei den Zusatzleistungen um. Die waren aus Wettbewerbsgründen lange kostenlos.“ Davon betroffen seien etwa die Zusatzkarte für einen Partner, die Kredikartenfunktion und eine exzessive Kontonutzung. Bei der Comdirect Bank werde aber zumindest das Kernprodukt Girokonto kostenlos bleiben. Die Notwendigkeit für höhere Gebühren begründete der Direktbank-Chef neben den niedrigen Zinsen mit der zunehmenden Banken-Regulierung. „Die Regulierung bindet immer größere Kapazitäten und kostet“, erklärte er gegenüber Capital. „Diese Kosten müssen Banken natürlich refinanzieren.“

Das vollständige Interview mit Arno Walter lesen Sie in der Februar-Ausgabe von Capital. Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes, GooglePlay und Amazon


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