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  • Interview

„Sozialabgaben sind wie eine Seuche“

, Leo Klimm

Frankreich erlebt eine Protestwelle. Im Capital-Interview erklärt der Kleinunternehmer Guillaume de Thomas, warum er sich weigert, Arbeitgeberbeiträge für die Sozialversicherung zu zahlen.

Guillaume de Thomas © Nicolas Trusch
Wortführer des Protestes: Guillaume de Thomas

In Frankreich wehren sich immer mehr Unternehmer gegen die hohen Belastungen für die Sozialversicherungen. Im Capital-Interview sagte der Wortführer der Bewegung „Les Tundus“ („Die Geschorenen“), Guillaume de Thomas: „Der Arbeitgeberbeitrag ist so hoch, dass er zu einer ungerechten, konfiskatorischen Steuer wird. Er hat damit keine moralische Legitimität. Die Sozialversicherungsabgaben sind wie eine Seuche.“

Zehntausende protestierten Anfang November gegen die hohe Abgabenbelastung und Massenentlassungen. Die sozialistische Regierung von Präsident Francois Hollande bekommt die Krise nicht in den Griff. Vor allem die Kleinbetriebe sind mit ihrer Geduld am Ende, die Zahl der Pleiten ist im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent gestiegen. Viele machen die hohen Sozialabgaben der Arbeitgeber, die bei 46 Prozent eines Bruttogehalts liegen, für die Pleiten verantwortlich. 

De Thomas, der unter anderem eine Saunakette betreibt, klagt die im Vergleich zu den Angestellten ungerechte Behandlung der Unternehmerschaft an, da für diese kein Schutz bestehe: „Viele kleine Patrons fallen in Armut, wenn sie pleitegehen. Das nenne ich soziale Ungerechtigkeit!“ Viele Kleinunternehmer könnten wegen der Krise bereits heute den Arbeitgeberanteil zu den Sozialversicherungen nicht mehr zahlen und gerieten in Zahlungsverzug. „Die Abgaben sind zu hoch, wir werden geschoren und stranguliert“, so de Thomas.

Das Ziel von de Thomas sei es, die Abschaffung des Arbeitgeberanteils zu erzwingen. Es gäbe keinen direkten Aufruf, die Abgaben zu verweigern, aber man ermuntere Mitstreiter, durch bestimmte Vorbehalte die Zahlung auszusetzen. „Wir sind radikal, weil die Belastungen, die der Staat uns aufbürdet, radikal sind“, sagte er.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der neuen Capital, die am 21. November erscheint. Hier finden Sie eine Vorschau auf die neue Ausgabe.

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