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Simon Rolfes über seine erste Million

, Philipp Schwenke

Fußballprofi Simon Rolfes hat erst in seine Karriere investiert – und dann an der Börse. Mit Capital spricht er über seine Anlagestrategie

Leverkusens Kapitän Simon Rolfes © Getty
Leverkusens Kapitän Simon Rolfes

Simon Rolfes, 26-facher Nationalspieler, begann als Profi bei Werder Bremen und steht seit 2005 bei Bayer Leverkusen unter Vertrag. Der Mittelfeldspieler will am Ende der Saison mit dem Profifußball aufhören und sich selbstständig machen. Er absolviert derzeit nebenbei ein Sportmanagement-Studium


Im Sommer gehen Sie in Rente. Ist das ein komischer Gedanke mit 33?

Es endet ja nur die Fußballkarriere.

Und dann?

Ich habe eine Karrieremanagementfirma für Profisportler gegründet, die sich um Karriereplanung, Spielerberatung und Finanzmanagement kümmert – und um die Frage, was nach der aktiven Zeit kommt.

Weiß das überhaupt schon ein Sportler, wenn er noch aktiv ist?

Es ist die Ausnahme. Man investiert unheimlich viel als Profisportler und ist sehr, sehr lange auf diesen Job fokussiert. Ich hatte aber mit 28 eine schwere Knieverletzung und dachte: Du musst ein paar Sachen mal konkreter verfolgen, es kann doch schnell vorbei sein. 

Müssten Sie denn überhaupt noch arbeiten?

Definitiv, weil es zu meiner Lebenszufriedenheit gehört. Phil Collins hat mal erzählt, wie er nach dem Ende seiner Karriere aus Langeweile schon morgens um elf die erste Flasche Wein geköpft hat. Irgendetwas Sinnvolles muss man schon tun.

Sie waren 14 Jahre lang Profisportler. Wie war das, als es losging?

Der erste Profivertrag ist schon irre. Damit wird Fußball ein Beruf.

Was kriegt man als Jungprofi? Ein Lehrergehalt?

Schon deutlich mehr. Der Vertrag in Bremen lief drei Jahre, und ich wusste: Danach habe ich etwas zur Seite gelegt und ein Studium finanziert, falls der Fußball doch nicht klappt. 

Der Markt für Toilettenspülungen ist interessant

Und die erste Million?

War schon in Leverkusen – aber ähnlich. Ich wusste: Neben dem Studium ist auch eine Weile der Lebensunterhalt finanziert – sodass ich später etwas aufbauen kann. Bei uns ist ja klar, dass diese hohe Einnahmesituation endlich ist.

Haben Sie sich etwas gegönnt?

Nichts Besonderes. Der Urlaub und das Auto wurden ein bisschen schöner. Aber ich bin kein besonders materialistischer Typ.

Gute Fußballprofis werden mit Anfang 20 plötzlich Millionär. Ist es schwer, da nicht durchzudrehen?

Das ist nicht einfach. Ich war schon 23, als es richtig losging. Aber es gibt Spieler, die quasi aus der A-Jugend in einem halben Jahr Weltmeister werden. Man darf auch die Öffentlichkeit nicht unterschätzen. Kauft ein Spieler sich ein kleines Auto, heißt es: Kann er sich nichts Besseres leisten? Kauft er ein großes, heißt es: Jetzt ist er verrückt geworden.

Und es gibt die Erwartung: Bei dem Gehalt dürfen auf dem Rasen keine Fehler mehr passieren. Zu Recht?

Nein. Der Markt macht die Gehälter, und der hat sich verändert. Die Spieler aber nicht, das sind weiterhin Menschen. In zehn Jahren werden sie sicher noch mehr verdienen – und trotzdem Fehlpässe spielen.

Wie haben Sie als Profi für die Zeit nach der Karriere vorgesorgt?

An der Börse investiert. Direkt in Unternehmen.

Nach welchen Kriterien?

Gute Eigenkapitalstruktur, gutes Management und ein Geschäftsmodell mit Perspektive. Fielmann etwa: Die wachsen jedes Jahr über dem Markt – und weil die Menschen immer älter werden, brauchen sie auch Brillen. Geberit ist auch ein Bomben-Unternehmen. Stellt kein aufregendes Produkt her, ist aber Marktführer in Europa – auf einem Markt, in den keiner mal so reinspringt. Apple hat Nokia in wenigen Jahren plattgemacht. Ähnliches wird auf dem Markt für Toilettenspülungen wohl nicht passieren. 

Meine erste Million erscheint monatlich in Capital. Hier können Sie sich die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.  


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