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Robby Naish über seine erste Million

, Axel Hansen

Surflegende Robby Naish über seinen Aufstieg als Sportler und Unternehmer - und warum er eine Scheu vor Krediten hat.

Windsurfer Robby Naish © WENN.com
Robby Naish, erfolgreichster Windsurfer der Welt und Hersteller der entsprechenden Wassersportgeräte

Robby Naish, 52, hat 24 Weltmeistertitel gewonnen, den ersten im Alter von 13 Jahren – als jüngster Windsurf-Champion aller Zeiten. Der Hawaiianer ist Gründer von Naish, einem der größten Hersteller von Surfbrettern und Zubehör. Seine Firma macht jährlich 30 Mio. Dollar Umsatz.


Capital: Wenn man Ihnen zu Beginn Ihrer Karriere gesagt hätte, dass wir uns jetzt ausgerechnet über Ihre erste verdiente Million unterhalten, hätten Sie Ihr Gegenüber wahrscheinlich für verrückt erklärt, oder?

Naish: Ja, mir ging es damals nur um den Spaß. Bei meinen ersten vier Weltmeistertiteln war ich noch Amateur, verdiente also kein Geld damit. Als es dann bei einem Wettbewerb 1000 Dollar Preisgeld gab, spendete ich das sogar. Ich wollte auf keinen Fall meine Olympiateilnahme gefährden, denn zu der Zeit durften nur Amateure teilnehmen. Surfen hatte damals eine gewisse Unschuld, es ging nicht ums Geldverdienen.

Wann hatten Sie das Gefühl, dass Sie doch vom Sport leben könnten?

Vom Japan Cup kam ich 1981 mit 10.000 Dollar in der Tasche nach Hause. Das war so viel, dass ich sagte: Damit will ich meinen Lebensunterhalt verdienen! Zudem fingen Firmen wie O’Neill und Quiksilver an, mich zu sponsern. Ich war der erste Windsurfprofi der Welt.

Später gründeten Sie Naish, heute einer der größten Hersteller von Material für Windsurfen, Kiten und Stand-up-Paddling. Was können Unternehmer von Spitzensportlern lernen?

Man muss hart arbeiten und entschlossen sein. Außerdem gilt im Sport: Dinge ausprobieren und ruhig mal scheitern. Diese Gelassenheit hat mir auch geschäftlich geholfen.

Inwiefern?

Ich bin weder zur Uni noch an eine Business-School gegangen. Ich hatte weder Ahnung von Marketing noch war ich Ingenieur. Ich habe einfach angefangen und auf meinem Weg alles gelernt.

"Ich mache alles mit meinem eigenen Cash"

Capital-Cover
Die aktuelle Capital

Naish hat anfangs Windsurfsegel angeboten, baut heute aber auch Kites sowie Boards zum Stand-up-Paddling. Brauchten Sie für das Wachstum Geld von außen?

Ich brauchte für Naish nie Investoren, weil wir sehr vorsichtig gewachsen sind. Ich mag es auch nicht, mir Geld zu leihen. Ich habe bis heute keinen Kreditrahmen bei meiner Bank. Ich mache alles mit meinem eigenen Cash. Das ist vielleicht ungewöhnlich, aber ich fühle mich einfach sicherer so.

Haben Sie Angst vor Risiken?

Nein, aber ich bin, was Geld anbelangt, einfach sehr konservativ. Ich bin in eher ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, da spielte Geld beziehungsweise die Tatsache, nicht so viel zu haben, eine große Rolle. Ende der 80er-Jahre hatte ich dank meiner Sponsoren- und Preisgelder die erste Million zusammen. Das war ein gutes Gefühl. Denn ich wusste nie, wie lange es noch gut ging mit dem Windsurfen. Einen Monat, ein Jahr?

Surfen und konservativ planen – passt eigentlich nicht zusammen.

Viele Sportler leben über ihre Verhältnisse und denken: Es geht immer so weiter. Ich war das komplette Gegenteil. Ich habe immer alles gespart und in Grundstücke gesteckt. Mein erstes Haus hatte ich mit 18 Jahren. Aber dafür Geld leihen? Das macht mir Angst.

Wissen Sie noch, was Sie mit Ihrer ersten Million gemacht haben?

Ich glaube, ich habe da überhaupt nichts mit gemacht. Ich habe es nicht mal jemandem erzählt – wahrscheinlich nicht mal meiner Familie!

Meine erste Million erscheint monatlich in Capital. Hier können Sie sich die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.  


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