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"America first klingt nicht nach Handelskrieg"

, von Marina Zapf

AGCO-Chef Richenhagen plädiert bei der Diskussion um Donald Trump für mehr "Sachlichkeit und Gelassenheit"

Martin Richenhagen © Getty Images
Seit 2008 führt Martin Richenhagen Agco. Der drittgrößte Landmaschinen­hersteller der Welt machte 2015 fast 7,5 Mrd. ­Dollar Umsatz

Der Chef des US-Landmaschinenherstellers AGCO, Martin Richenhagen, plädiert bei der Diskussion um Trumps Amtsführung für mehr „Sachlichkeit und Gelassenheit“. „Sachlich betrachtet haben wir einen Präsidenten, der zügig versucht, das umzusetzen, was er im Wahlkampf versprochen hat. Das ist ja erst mal nicht negativ“, erklärte Richenhagen im Capital-Interview (Ausgabe 3/2017, EVT 16. Februar). „Aber ihm passieren handwerklich grobe Fehler“, so der AGCO-Chef weiter.

Martin Richenhagen ist einer von drei deutschen Vorstandschefs in den USA, US-Bürger und Chairman der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer. In Duluth, Georgia, leitet der geborene Kölner Agco, der Marken wie Massey Ferguson und Fendt vertreibt.

Capital-Cover 03/2017
Die neue Capital erscheint am 16. Februar

„Meine Position gegenüber Trump ist erst einmal beobachtend“, sagte Richenhagen. Er glaube, dass es vernünftig ist, „nicht in Panik zu geraten“. Am 23. Februar trifft der AGCO-Chef erstmals mit Trump zusammen. „Ich würde ihm klarmachen, warum freie Märkte besser sind als Protektionismus. Freie Märkte schaffen mehr Arbeitsplätze als Abschottung.“ Trump sei protektionistisch., was sicher nicht gut für die Wirtschaft sei.

Die Aufregung um Trumps Parole „America first“ kann Richenhagen aber nicht nachvollziehen: „Wenn ein US-Präsident sagt ‚America first“ ist das für mich nicht die Ankündigung eines Handelskriegs.“ Schließlich mache Deutschland mit dem Slogan „Made in Germany“ nichts anderes. Der deutsche Handelsbilanzüberschuss sei ein Thema in den Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und den USA. Angela Merkel sei nun gefordert. „Auf einmal hat sie einen Partner, der eine klare Ansage macht und Visionen hat. Die mögen falsch oder richtig sein, aber welche Visionen hat eigentlich Frau Merkel?“

Das Projekt einer transatlantischen Freihandelszone hält Richenhagen nicht für gescheitert. Sicherlich gibt es „bei Republikanern wie Demokraten Freihandelsfeinde“. Er glaube aber, dass die Mehrheit der amerikanischen Manager und Unternehmer dem Freihandel gegenüber eher positiv gestimmt ist.

Die neue Capital erscheint am 16. Februar. Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes, GooglePlay und Amazon

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