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Richard Lugner über seine erste Million

, Mareike Enghusen

Als Partylöwe ist Richard Lugner bekannt, jetzt will er Präsident in Österreich werden. Capital sprach mit ihm 2014 über seinen Weg zum Millionär.

Richard Lugner und seine Frau Cathy © dpa
Richard "Mörtel" Lugner und seine Frau Cathy

Richard Lugner gründete 1962 seine eigene Baufirma. Er baute die erste Moschee Wiens und das Einkaufszentrum Lugner City. 1997 gab er die Firmenleitung an seine Söhne ab. In Österreich ist der 83-Jährige ein Star des Boulevards: Er hatte seine eigene Realityshow, wechselt gern öffentlich die Freundin und lädt jedes Jahr eine Prominente zum Wiener Opernball ein.


Capital: Herr Lugner, es heißt, Sie hätten 250.000 Euro bezahlt, damit das US-Model Kim Kardashian Sie auf den Wiener Opernball begleitet. Warum geben Sie so viel Geld aus?

Lugner: Die 250.000 Euro sind eine Zeitungsente. Aber was der Gast kostet, das kostet er eben. Beim Opernball geht es mir nur darum, diesen oder jenen Gast zu kriegen, wie jetzt die Kim Kardashian. Das ist mein Privatvergnügen.


Eigenwerbung spielt keine Rolle?

Dass das Geld wieder zurückfließt, ist klar. Aber Geld ist nie mein Antrieb gewesen. Für mich zählt nur Erfolg. Der Erfolg, etwas zu erschaffen, das im Mittelpunkt steht. Nicht irgendeine Fabrik, sondern die erste Moschee in Wien. Wenn man Erfolg hat, kommt das Geld von selber.

Woher kommt dieser Drang zum Erfolg?


Ich glaube, ich habe das Unternehmerische im Blut. Mein Urgroßvater hatte drei Fabriken und 16 Kinder. Als seine Frau gestorben ist, hat er seine Bedienerin geheiratet und noch einen Sohn gezeugt. Ein tüchtiger Mann.

"Im ersten Jahr ist die erste Million zusammengekommen"


Mit 29 Jahren gründeten Sie Ihre Firma, die Baumeister Lugner GmbH. Woher hatten Sie das Startkapital?


Meine Tante hat mit Aktien gehandelt, mit der war ich jeden Samstag in der Bank. Dort hat auch der österreichische Bundespräsident Aktien gekauft, und jedes Mal sind diese Aktien danach gestiegen. Meine Tante und ich haben immer mit dem Börsendirektor und dem Oberprokuristen zu Mittag gegessen, und ich habe die Herren gefragt, was der Herr Bundespräsident bestellt hat. Dann habe ich dieselben Aktien gekauft. So habe ich 300.000 Schilling verdient. Das war mein Startkapital.

Und wann kam die erste Million?

Die Firma ist sehr rasch gewachsen. 1962 habe ich mit einem Maurer und einem Hilfsarbeiter begonnen. Im ersten Jahr ist die erste Million zusammengekommen, in Schilling.

Da haben Sie sich bestimmt etwas Besonderes gegönnt.

Nein. Ich war oft knapp bei Kasse, weil ich in die Firma investiert habe.

Aber jetzt könnten Sie sich zur Ruhe setzen.


Das wäre nichts für mich. Ich habe viele Firmenchefs gekannt, die extrem viel gearbeitet haben. Wenn die in Pension gingen, sind sie bald gestorben, weil dem Körper etwas gefehlt hat. Ich arbeite immer noch 60 bis 70 Stunden pro Woche. Das Geschäft ist mein Hobby, mein Spaß.

Sie haben über eine Freundin gesagt: „Sie stellt mir ihre Jugend zur Verfügung, ich vielleicht ein bisschen mein Geld.“ Kann Liebe auch ein Geschäft sein?


Eine junge Freundin lebt an meiner Seite nett und lustig, so sehe ich das. Vielleicht könnte sie mit einem jüngeren Freund mehr Spaß haben als mit dem alten Lugner. Aber ich biete ihr ein schönes Haus, sie geht mit mir zum Opernball, all diese Dinge. Und sie bietet mir dafür ihre Jugend. Mein Problem ist, dass ich mich viel zu sehr von jungen Frauen verführen lasse, anstatt dass ich mir mal eine 40-Jährige suche. Das wäre vernünftiger. Es macht mir aber Spaß, mit 25-Jährigen auszugehen. Die Frage ist: Lebt man so? Oder soll man schauen, dass man in einem sicheren Hafen landet – in dem man vielleicht versandet?


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