• Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Porträt

"Reichtum kann entfremden"

, Jenny von Zepelin

Kinderbuchautorin Cornelia Funke hat für wenig Geld als Sozialpädagogin gearbeitet. Finanzfragen lassen sie noch immer kalt.

Cornelia Funke © dpa
Cornelia Funke

Cornelia Funke, die international erfolgreichste deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin, warnt vor den Kehrseiten des Reichtums. „Ich habe absolut kein Verständnis für Menschen, die nach Geld oder Macht streben“, sagte Funke Capital (Oktober-Ausgabe) und ergänzt: „Reichtum kann entfremden.“ Die 57-Jährige verdient mit Bestsellern wie „Drachenreiter“ und der „Tintenwelt“-Trilogie selbst Millionen und lebt seit mehr als zehn Jahren im noblen kalifornischen Küstenort Malibu. Sie sehe, dass viele Menschen Angst haben, ihr Geld zu verlieren. „Die sind nicht nur ängstlich, sondern unfrei“, sagte Funke.

Capital 10/2016
Die neue Capitale

Funke feierte 2002 ihren internationalen Durchbruch mit der englischsprachigen Veröffentlichung von „Herr der Diebe“ und erklomm die US-Bestseller-Listen. Ihr Werk umfasst dutzende Titel, von denen sie mittlerweile insgesamt 26 Millionen Exemplare verkauft hat. Funke will sich jedoch nicht abhängig machen vom materiellen Erfolg. Sie wisse, dass sie heute sehr privilegiert lebe. Armut habe sie zwar nie erlebt, sei früher aber mit wenig ausgekommen. „Als Studentin habe ich BAföG bekommen und nebenher gearbeitet. In meinem ersten Job als Sozialpädagogin habe ich so wenig verdient, dass ich auch mal Wohngeld beantragen musste“, sagte Funke. „Trotzdem war ich glücklich. Mich kann man mit finanziellen Sanktionen nicht bedrohen.“

Die Autorin und Illustratorin, die im vergangenen Jahr ihren eigenen Verlag in den USA und vor wenigen Monaten einen Hörbuch-Verlag in Hamburg gegründet hat, will die Selbstständigkeit vor allem für mehr Freiraum nutzen: „Ich bin seit drei Jahren auf der Höhe meiner Kreativität und kaufe mir dadurch die Freiheit, so zu arbeiten, wie ich will. Ich akzeptiere einfach keinen Zeitdruck mehr oder inhaltliche Eingriffe von außen.“

Das ganze Interview aus der Reihe "Erste Million" lesen Sie in der neuen Capital. Hier können Sie sich ab dem 15. September die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


Artikel zum Thema
Autor
  • Junge Elite
Phil Pezus, Konzern-Senkrechtstarter

Junge Talente krempeln die Wirtschaft um, erfinden sie neu oder gründen selbst. Wir stellen einige vor. Diesmal: Phil Pezus, ThyssenkruppMEHR

  • Junge Elite
Anna Herrhausen, mehr als Tochter

Junge Talente krempeln die Wirtschaft um. Wir stellen einige vor. Diesmal: Anna Herrhausen, Geschäftsführerin der Alfred Herrhausen GesellschaftMEHR

LESERKOMMENTARE

 

Kommentare Einblenden

Datenschutz

Die Kommentarfunktion "Disqus" wird von der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Moderation

Die Kommentare werden von Capital moderiert. Das heißt, Kommentare werden von der Redaktion freigeschaltet. Kritik und auch in der Sache harte Diskussionen sind willkommen, Beleidigungen werden wir dagegen nicht zulassen. Näheres hierzu finden Sie in unserer Netiquette.