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Regionalflughäfen kosten Steuerzahler Milliarden

, Thomas Steinmann

Viele Bundesländer unterhalten Regionalflughäfen - trotz hoher Verluste. Die Defizite haben die Milliarde längst überschritten.

Flughafen Kassel © dpa
Gähnende Leere: Der Flughafen Kassel wurde erst 2013 eröffnet

Die deutschen Regionalflughäfen haben in den vergangenen zehn Jahren Defizite von zusammen 1,3 Mrd. Euro angehäuft. Das ergaben Capital-Recherchen (Ausgabe 10/2016, EVT 15. September), das von 18 kleineren Flughäfen die Geschäftsberichte für die Jahre 2005 bis 2014 ausgewertet hat. Der Untersuchung zufolge hat kein einziger deutscher Regional-Airport über den Zeitraum von zehn Jahren in der Summe einen Betriebsgewinn erzielt. Die Flughäfen gehören zumeist Bundesländern und Kommunen, die für die Verluste gerade stehen müssen.

Das größte Defizit verzeichnete der Flughafen Leipzig/Halle. Dessen Betriebsverluste summierten sich ausweislich der veröffentlichten Bilanzen für die Jahre 2005 bis 2014 auf knapp 570 Mio. Euro. Beim Flughafen Dortmund erreichten die Verluste 205 Mio. Euro.

Nur die großen Flughäfen wachsen

Der Flughafen Frankfurt-Hahn, dessen Eigentümer das Land Rheinland-Pfalz kürzlich mit einem Verkauf an einen chinesischen Investor gescheitert ist, häufte über den Zehn-Jahres-Zeitraum ein Defizit von insgesamt 155 Mio. Euro an. Für das Geschäftsjahr 2015 haben die meisten Flughäfen noch keine Bilanz veröffentlicht.

Zwar steigt das gesamte Passagieraufkommen an deutschen Flughäfen. Von dem Wachstum profitieren aber fast nur Großflughäfen wie Frankfurt oder München, die hohe Millionengewinne schreiben. An den Provinz-Airports gebe es für die Fluggesellschaften kein Wachstum mehr, sagte Eric Heymann, Verkehrsökonom bei Deutsche Bank Research, gegenüber Capital. „Die meisten kleinen Flughäfen sind für die Airlines nicht mehr attraktiv.“ Als einen Grund nannte Heymann die im Jahr 2011 eingeführten Luftverkehrsteuer, die sich insbesondere bei Billigflugkunden auswirke.

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