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Porsche Design setzt auf seine Wurzeln

, Monika Dunkel

Nach dem Ausflug in die Luxus-Modewelt sucht Porsche Design wieder die Nähe zum Autobau.

911 Soundbar, Hi-Fi-Anlage mit Originalteilen aus dem Porsche
911 Soundbar, Hi-Fi-Anlage mit Originalteilen aus dem Porsche

UnternehmenDie Porsche Design Group wurde 1972 von Ferdinand Alexander Porsche gegründet, einem Enkel des Käfer-Erfinders Ferdinand Porsche. Das Unternehmen aus Ludwigsburg gehört heute zu 65 Prozent der Porsche AG und zu 35 Prozent der Familie Porsche. Es beschäftigt mit Stores rund 358 Mitarbeiter und erzielte 2013 einen Umsatz von 128 Mio. Euro.


Aus der leicht rostigen Box ragen die schwarzen Auspuffrohre heraus, die Schweißnähte sind zu sehen. Das Ding sieht aus, als sei es vom Auto abgefallen. Nicht von irgendeinem. Sondern von einem Porsche 911, dem legendären Sportwagen des Stuttgarter Autobauers. Doch die 20-Kilo-Box stinkt und röhrt nicht. Sie macht Musik. Die 911 Soundbar ist eine Hi-Fi-Anlage aus dem Haus Porsche Design, mit original Endschalldämpfer und Endrohrblende des 911.

Egal wo Christian Kurtzke die Soundbar anwirft, „sie löst Begeisterung aus“, erzählt der Chef der Ludwigsburger Porsche Design Group, der seit Juni 2015 das Geschäft führt. Neulich, in der Wüste von Dubai, hat er das Ding hochgefahren. Die Kunden wollten sofort bestellen. Die ersten 100 Boxen habe Porsche Design in diesem Jahr ausgeliefert. Es gibt eine Warteliste von mehreren Jahren.

Näher am Mutterhaus Porsche

Die Soundbar symbolisiert, was der neue Chef bei der Designschmiede vorhat: Die Produkte sollen sich wieder mehr auf die Wurzeln besinnen, auf das Auto – nach einer Phase, in der das Unternehmen sie fast schon verleugnet hatte. „Das Engineering-Know-how von Porsche ist enorm, viele technologische Innovationen rund ums Auto können wir gut im Luxus- und Lifestylebereich nutzen“, sagt Kurtzke. Ein „entspanntes Verhältnis zum Automobil“ will er künftig haben.

Capital 06/2016
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Mit der Neuausrichtung will der Manager wieder näher ans Mutterhaus rücken. Vorgänger Jürgen Geßler wollte aus der technisch orientierten Marke ein Luxuslabel auch in der Modewelt machen, vor allem mit einer Frauenkollektion. Von der Mode will sich Kurtzke nicht verabschieden, aber er legt einen anderen Fokus: etwa anstelle des Maßanzugs das „coole Hybrid-Jackett“, knitterfrei, komfortabel und für alle Lebenslagen. Im Mittelpunkt stehen bei ihm jedoch harte Produktkategorien wie Brillen, Uhren oder Koffer.

Damit ging es schließlich los. Die Porsche Design Group wurde 1972 von Ferdinand Alexander Porsche gegründet, einem Enkel des Autokonstrukteurs Ferdinand Porsche.

Taschen aus Carbon

Wie aber soll die Technologie eines Sportwagens auf Designprodukte übertragbar sein? Zum Beispiel mit Carbon. Den Werkstoff nutzen die Porsche-Bauer für Heckspoiler oder Kotflügel. Er ist leicht, elastisch, trotzdem reißfest. „Eine Innovation“, sagt Kurtzke. Deshalb gibt es bald Taschen aus Carbon statt nur aus empfindlichem Leder. Brillengläser werden so ähnlich ans Gestell montiert wie die Windschutzscheibe an den Porsche. Und der neue Rollkoffer Roadster hat einen Seitenaufprallschutz nach dem Vorbild des Sportwagens.

Kurtzke will die Marke zur alten Stärke zurückführen. Für ihn ist der Job eine Bewährungsprobe. Zuletzt hatte er versucht, aus der Porzellan-Manufaktur Meissen eine breite Luxusmarke zu machen, die auch Mode, Schmuck oder Möbel vertreibt – ein nachhaltiger Erfolg steht noch aus. Bei Porsche Design plant er das Gegenteil: zurück zum Markenkern.


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