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Acht Obenbleiber

, Capital-Redaktion

Nach oben zu kommen ist schwer, sich dort zu halten noch schwerer. Wir stellen acht Marken, Institutionen und Unternehmen vor, die eine Formel für dauerhaften Erfolg gefunden haben.

Auf dem Gipfel © Gallery Stock
Geschafft: Aber wie hält man sich dauerhaft oben?

Es gibt viele starke Marken, erfolgreiche Unternehmen, berühmte Institutionen. Der Kampf um die Führung wird jeden Tag neu ausgefochten. Krisen übersteht am besten, wer auf eigene Stärken setzt.

Apple - Cooler Perfektionismus

Die IT-Ikone hat eine besondere Erfahrung: Sie war schon mal ganz unten, stand vor der Übernahme, bis Ende 1996 Steve Jobs zurückkehrte. Und der Welt den iPod brachte. Das iPhone. Das iPad. Ganze Produktkategorien wurden neu erfunden. Dazu: innovatives Produktdesign, bedienerfreundlich, begehrenswert. Doch Apple achtet knallhart auf Marge und Kundenbindung. Wer im Kosmos drin ist, findet schwer heraus.

Tagesschau - Evolution statt Revolution

Wer braucht noch eine Nachrichtensendung zum Gongschlag 20 Uhr? Die „Tagesschau“ trotzt dem Zeitgeist. Das Geheimnis ihrer bis heute über 20 000 Sendungen ist Evolution statt Revolution. Die Titelmelodie etwa wurde seit 1956 nur überarbeitet, nie erneuert. Neumodisches geht in die Randprodukte, die „Tagesschau“ bietet Seriosität und Orientierung. Doch hinter der Zahl von knapp neun Millionen Zuschauern lauert die Gefahr der Überalterung: Das Publikum ist im Schnitt gut 60 Jahre alt.

Harvard - Nicht zu fein für Spenden

Eine lange Geschichte, Nobelpreise, Reputation in der Forschung und internationale Bekanntheit – all das ist nötig, um in der Topliga zu spielen. Eine Handvoll britische und US-Institutionen teilen das Spitzenfeld im Uniranking stets untereinander auf. Wer mithalten will, braucht Finanzmittel. Harvard zapft emsig Firmen und andere Partner, Philanthropen und Alumni an. Das professionell verwaltete Stiftungsvermögen trug der Uni den Spott ein, eigentlich eine Bank zu sein.

Economist - Altes Terrain, neues Terrain

170 Jahre und kein bisschen müde: Die britische Wochenzeitung wächst inmitten der großen Krise, die die Branche zur Verzweiflung treibt. Seit der Jahrtausendwende hat sich die Printauflage auf 1,4 Millionen verdoppelt. Trotzdem hat sich das Blatt entschlossen der digitalen Welt zugewandt: Die bezahlte Digitalauflage hat 117 000 erreicht, über vier Millionen Leser folgen der alten Lady auf Twitter. Beim Inhalt setzt der „Economist“ auf Bewährtes: viel, viel Information, Thesen und Welterklärung. 

Madonna - bleib nie, wie du bist

Madonna

Kritiker werfen ihr vor, sie sei ein Chamäleon und habe ihre künstlerische Persönlichkeit verraten. Doch die Methode funktioniert. Kaum einer Showgröße ist es gelungen, sich über Jahrzehnte immer wieder neu zu erfinden: mit Fantasie, Einsatz moderner Technik und handwerklichen Fähigkeiten. Dem ersten Plattenerfolg ­Anfang der 80er-Jahre folgte eine Karriere als Sängerin, Schauspielerin, Autorin, Regisseurin, Produzentin und Designerin. Heute gilt die 55-Jährige unangefochten als „Queen of Pop“. 

Queen Elizabeth II. – bleib, wie du bist

Queen Elizabeth

Es geht auch anders: In Zeiten steter Veränderungen verkörpert Queen Elizabeth II. das Bedürfnis der Menschen nach Stabilität und Selbstgewissheit. 60 Jahre nach der Thronbesteigung scheint die 88-Jährige völlig eins mit ihrer Rolle als Monarchin. Sie bewahrt Traditionen ebenso wie stets Haltung und versucht nicht, die ihr verfassungsgemäß zustehende repräsentative Funktion zu überdehnen. Für die Öffentlichkeit steht sie über den Dingen. Ihren Gegnern erschwert das Angriffe gegen die Monarchie. 

Eiffelturm - es kommt nicht auf die Größe an

Eiffelturm

Die höchsten Bauwerke der Welt stehen längst anderswo. Die technisch aufregendsten Attraktionen ebenso. Der Eiffelturm kontert auf dem Feld der Emotionen: alte Kultur, Lebensgefühl, Romantik. Kopfkino für Touristen. Eine Studie der Handelskammer von Monza und Brianza klassifizierte den Eiffelturm 2012 als Europas wertvollstes Denkmal mit einem wirtschaftlichen Wert von 435 Mrd. Euro. Weit abgeschlagen danach das Kolosseum in Rom. Ausschlaggebend waren Image, Marke und Sichtbarkeit. 

BMW - Qualität und Image

Seit Jahrzehnten haben deutsche Autobauer einen guten Ruf, seit einigen Jahren werden sie weltweit bewundert. Und 2014 soll ein gutes deutsches Autojahr werden! 14,7 Millionen produzierte Fahrzeuge, ein Plus von 3,5 Prozent erwartet der Verband VDA. Immer bei den Rekordmeldungen der Premiumhersteller dabei: BMW. Die Münchener setzen zudem mit dem Elektroauto i3 alles auf eine Karte respektive Technik. Viel Geld geben sie dafür aus. Ob die Strategie aufgeht, wissen wir in einigen Jahren.

„Oben bleiben“ ist die Titelgeschichte der aktuellen Capital (02/2014)). Oben bleiben – die Zauberformel betrifft nicht nur einzelne Überflieger. Sie gilt für Manager, Gründer, Teams, Unternehmen, Start-ups, Konzerne, Vereine, Branchen, ja ganze Länder. Capital hat Menschen besucht, die es geschafft haben, über einen langen Zeitraum oben zu bleiben: einen Showkünstler, einen Top­manager, einen Leistungssportler und eine Unternehmerfamilie. Sie haben ganz verschiedene Karrieren in unterschiedlichen Welten, aber sie ringen alle mit dem großen ­Paradoxon des Obenbleibens: Auf dem Gipfel kann man nicht verharren, sich nicht einfach festklammern. Die Kunst besteht darin, das Absturz­risiko so gering wie möglich zu halten – und zugleich für den nächsten ­Aufstieg immer neu ins Risiko zu gehen.

Lesen Sie die ganze Geschichte im Magazin oder in der iPad-Ausgabe. Hier können Sie sich die iPad-Ausgabe der neuen Capital herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.

Fotos: © Getty Images


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