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  • Reportage

Holland in Not

, Claus Hecking

Kaum ein Land hat so von der Globalisierung profitiert wie die Niederlande. Trotzdem droht bei einem Wahlerfolg der Rechtspopulisten die Abschottung. Wie passt das zusammen?

Blumenlager in der Auktionshalle Aalsmeer © Marcel Wogram
Blumenlager in der Auktionshalle Aalsmeer

Im Industriegebiet von Aalsmeer riecht die Globalisierung nach Blumen. In der Auktionshalle lagern sie zu Millionen im Neonlicht: Rosen aus Kenia, Chrysanthemen aus Israel, Nelken aus Ecuador, Tulpen aus Holland. Viele von ihnen sind heute Nacht gelandet, am Flughafen Amsterdam nebenan. Lastwagen haben sie in Containern herangekarrt zur wichtigsten Blumenbörse der Welt.

Jetzt, um 7 Uhr morgens, stehen sie in Plastikkisten nebeneinander – und werden auf Wagen durch die Hunderte Meter lange Halle transportiert. „Klack“ macht es jedes Mal, wenn die Arbeiter ihre Elektrokarren an einen dieser Wagen andocken. Klack, klack, klack, klack. Die Zeit drängt: Um 10 Uhr müssen die mehr als zehn Millionen Blumen dieses Morgens auf den Lkw ihrer neuen Eigentümer oder im Bauch der Frachtmaschinen nach Amerika sein. Und ihre Versteigerung ist noch in vollem Gange.

Ein paar Meter weiter, auf der Galerie, starren die Blumenbörsianer auf ihre Computer. Wie ein Hörsaal sieht der Auktionsraum aus, nur dass vorne niemand doziert, sondern zwei überlebensgroße Uhren herunterrattern. 100, 90, 80, 70, 60, 50, 40, 30, 27 – dann bleibt der linke Zeiger stehen. Ein belgischer Großhändler hat als Erster den schwarzen Knopf an seinem Pult gedrückt. Jetzt gehören ihm 4320 Chrysanthemen, Stückpreis: 27 Cent. Herkunft: Kolumbien, Güteklasse: A1. Als der Mann zum Telefon greift, um den Kauf zu bestätigen, haben schon die nächsten fünf Chargen einen neuen Eigentümer. Im Schnitt dauert eine Auktion in Aalsmeer drei Sekunden.

Aufs Ausland ausgerichtet

Wie im Hörsaal sitzen die Bieter bei den Blumenauktionen beisammen © Marcel Wogram
Wie im Hörsaal sitzen die Bieter bei den Blumenauktionen beisammen

Wenn die Globalisierung einen Gewinner hat, dann die Niederlande. Schon seit Jahrhunderten ist Deutschlands kleiner Nachbar ganz groß im grenzüberschreitenden Warenverkehr. Dass das Land die Drehscheibe des internationalen Blumenhandels ist, ist da nur eine Fußnote. Mehr als 27 Millionen Schnitt- und zwei Millionen Topfblumen werden an einem durchschnittlichen Morgen in Aalsmeer und vier weiteren Auktionshallen der Betreibergenossenschaft Royal Flora Holland versteigert. Das macht einen Weltmarktanteil von rund 40 Prozent, 4,6 Mrd. Euro Jahresumsatz – und verschafft mehr als 3000 Menschen Arbeit.

Die Holländer führen Rankings wie den Globalisierungsindex der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich oder den Global Connectedness Index des Logistikkonzerns DHL an. Ihre Unternehmen – vom Ölmulti Royal Dutch Shell bis hin zu Tausenden mittelständischen Betrieben – schlagen Kapital aus dem Zusammenwachsen der Weltwirtschaft. „Die niederländische Wirtschaft ist extrem auf das Ausland ausgerichtet“, sagt der Amsterdamer Ökonom Mathijs Bouman. „Für viele Konzerne ist unser Land viel zu klein. Ihr Markt ist die Welt.“

Die Geschäfte laufen wieder gut nach einem Knick in der Finanz- und Eurokrise. Mit derzeit mehr als zwei Prozent Wachstum übertrumpfen die Holländer sogar Deutschland. Die Arbeitslosenrate fällt in Richtung der Fünf-Prozent-Marke. Der Staatshaushalt konsolidiert sich: Noch in diesem Jahr wird die liberal-sozialdemokratische Regierung unter dem rechtsliberalen Premier Mark Rutte die Staatsverschuldung voraussichtlich unter die Maastricht-Grenze von 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes drücken.

Nichts wäre geschäftsschädigender als neue Zölle und Handelsbarrieren für ihr Land. Und doch könnte Geert Wilders bei der Parlamentswahl am 15. März allen Politikern die Show stehlen. Der Rechtspopulist, der sein gesamtes Wahlprogramm auf eine DIN-A4-Seite gepackt hat, führte lange Zeit die Umfragen an. Und Wilders’ Mantra lautet: „Grenzen dicht.“

Damit meint der Gründer der sogenannten Partij voor de Vrijheid vor allem Flüchtlinge, aber auch Arbeitnehmer aus osteuropäischen EU-Staaten. Wilders will raus aus der EU, und er hat sich wiederholt als Bewunderer des Protektionisten Donald Trump gezeigt. Aber wie passt so ein Abschotter zu dieser Nation? Zum Handelszentrum Europas?

Die Niederlande waren bereits eine Handelsmacht, als sie noch gar keine Nation waren. Der Landstrich an der Nordseeküste stand im 16. Jahrhundert noch unter spanischer Obrigkeit, da schickten Geschäftsleute aus Amsterdam, Rotterdam oder Den Haag ihre Schiffe über die Meere, um Getreide, Silber oder Tabak aus Südeuropa und Amerika heranzuschaffen und sie mit Profit gen Norden und Osten weiterzuverkaufen. Heute exportiert der 17-Millionen-Einwohner-Staat mehr Waren in die Welt als Großbritannien oder Italien – pro Kopf sogar 75 Prozent mehr als Deutschland. Und gerade die Globalisierung hat vielen Bürgern neuen Wohlstand beschert.

[Seitenwechsel]

Viele Niederländer haben Angst vor der Zukunft

Michiel Nijdam berät den Vorstand des Rotterdamer Hafens in Strategiefragen © Marcel Wogram
Michiel Nijdam berät den Vorstand des Rotterdamer Hafens in Strategiefragen

An lichten Tagen kann Michiel Nijdam schon beim Blick aus dem Fenster ahnen, wie es gerade steht um den internationalen Warenverkehr. Der 41-jährige Ökonom und Stratege des Rotterdamer Hafens hat sein Büro in der 16. Etage des World Port Center, dem Hauptquartier des Hafenbetreibers. Wenn die Sonne scheint, reicht die Sicht kilometerweit über die Maasmündung: hinab auf Öltanker, Frachter, Binnenkähne randvoll mit Kohle. Rotterdam ist der mit Abstand größte Hafen des Kontinents. Seit 2001 ist das Frachtvolumen um 50 Prozent gestiegen. Im vergangenen Jahr wurde hier fast genauso viel Ladung umgeschlagen wie in Antwerpen, Hamburg und Noworossijsk zusammen, den Plätzen zwei, drei und vier auf der Rangliste. Es läuft rund in Rotterdam. Noch.

„Der EU-Binnenmarkt 1992 war ein Push für uns, und dann begann Chinas Aufstieg“, sagt der Ökonom Nijdam, ein Bilderbuch-Holländer mit hellblauen Augen und hochgegelten Haaren. Aber der Hafen sei nicht der einzige Gewinner von Liberalisierung und Globalisierung. „Das ganze Land hat davon profitiert, das geht aus den Kennzahlen hervor. Zwischen 1990 und der Finanzkrise von 2008 ist der übergroße Teil der Bevölkerung wohlhabender geworden.“ Damals, in den fetten Jahren, wuchs die Wirtschaft zeitweise um vier bis fünf Prozent per annum.

Warum sind viele Niederländer dann trotzdem so unzufrieden? Nijdam zuckt zuerst mit den Schultern, dann reibt er sich übers Kinn, grübelt. Und sagt schließlich: „Viele Menschen haben das Gefühl, keine Kontrolle mehr zu haben. Sie haben Angst vor der Zukunft. Schauen Sie: Hier bei uns arbeiten auch fast keine gering qualifizierten Arbeitskräfte mehr.“

2000 Hektar Meeresgrund

Nirgends zeigt sich das so klar wie in Maasvlakte 2, dem Stolz von Rotterdam. Einige Kilometer stromabwärts von Nijdams Büro, wo die Maas in die Nordsee mündet, kreischen Möwen, qualmen Schlote von Raffinerien, ankern Containerfrachter vor Kränen so groß wie Wolkenkratzer. Vor ein paar Jahren war hier nichts als Wasser. Dann kamen die Schleppsaugbaggerschiffe, sogen Sand vom Meeresgrund und spuckten ihn an flacheren Stellen aus, monatelang.

2000 Hektar Neuland haben sie so erschaffen – für ein Hafen- und Industriegebiet, das Rotterdam als Europas Warendrehscheibe Nummer eins unantastbar macht. Fast alles hier ist international: Den Strom generiert ein Kohlekraftwerk des deutschen Versorgers Uniper. Die Schiffe kommen aus aller Herren Länder. Güterzüge und Lkw transportieren die Container in diverse europäischen Staaten ab. Und die beiden Terminals zum Be- und Entladen werden von Konzernen aus Dänemark, Dubai, Japan, Korea, Singapur sowie Frankreich betrieben.

Gerade beladen Kräne die Maren Maersk: einen Superfrachter so lang wie vier Fußballfelder. Menschen sind dabei nicht zu sehen. Denn die arbeiten nur noch in den Führerkabinen der Kräne – falls überhaupt. Im neuesten Terminal von Maasvlakte 2 verrichten die Kräne bereits vollautomatisiert ihr Werk: zuverlässig und schnell. Mehr als 2,3 Millionen Container pro Jahr können sie so umschlagen. Personal braucht das Terminal kaum noch: Der Betreiber Rotterdam World Gateway spricht von maximal zehn bis 15 Einsatzkräften pro Tag. Die Zeiten, als Hafenarbeiter Säcke von Bord trugen, sind längst vorbei. Und sie kommen wohl nie wieder zurück.

Viele Containerkräne im Rotterdamer Hafen sind mittlerweile computergesteuert © Marcel Wogram
Viele Containerkräne im Rotterdamer Hafen sind mittlerweile computergesteuert

Trotz alldem verschafft der Rotterdamer Hafen etwa 90.000 Menschen direkt Lohn und Brot: vom LKW-Fahrer über Techniker, Kantinenmitarbeiter bis hin zum Hafen-CEO. Fast die ganze Region lebt direkt oder indirekt von diesem Ort. Und nichts wäre für sie schädlicher als eine Welle des Protektionismus à la Trump. „Jede Störung des Welthandels sorgt dafür, dass hier weniger Güter umgeschlagen werden“, sagt Ökonom Nijdam. „Auch ein Handelskrieg zwischen China und den USA würde uns treffen. Denn komplexere Produkte werden fast immer mit Bauteilen aus verschiedenen Teilen der Erde produziert.“ Und viele dieser Komponenten machen auf ihrem Weg über die Weltmeere Zwischenstation in Rotterdam.

Premier Rutte und seine rechtsliberale Volkspartij voor Vrijheid en Democratie (VVD) sind für den Freihandel. Immer wieder haben sie sich für das TTIP-Abkommen zwischen der Europäischen Union und den USA starkgemacht, aus dem nun wohl nichts wird. Auch innenpolitisch haben sie in der Regierung einen wirtschaftsliberalen Kurs gefahren. Ihre Reformen wie die Erhöhung des Renteneintrittsalters oder Kürzungen im Gesundheitssystem waren makroökonomisch ein Erfolg für das Land.

[Seitenwechsel]

Die Wirtschaft, die während der Schuldenkrise zeitweise schrumpfte, floriert mit beachtlichem Tempo. Deindustrialisierte, abgehängte Regionen, wie sie in den USA oder Großbritannien für Trump beziehungsweise den Brexit gestimmt haben, gibt es in den Niederlanden so gut wie nicht. Der Wohlstand ist gleichmäßiger verteilt, zwischen den Landesteilen und auch zwischen den Menschen. Der Gini-Koeffizient, der die Ungleichverteilung von Vermögen misst, stagniert bis heute auf international niedrigem Niveau.

Niederländische Arbeitslosenquote

Dennoch wollen viele Niederländer nun für den ehemaligen VVD-Mann Wilders stimmen. „Viele dieser Wähler sind ökonomisch gar nicht abgehängt, aber sie fühlen sich bedroht“, sagt Markus Wilp, Politikwissenschaftler am Zentrum für Niederlande-Studien der Universität Münster. „Wilders geriert sich als Beschützer der kleinen Leute. Er verspricht ihnen mehr Geld und kündigt an, die Erhöhung des Renteneintrittsalters zurückzudrehen.“

Natürlich gibt es auch in den Niederlanden Menschen, die latent um ihren Arbeitsplatz bangen müssen. Viele Bürger etwa arbeiten für Zeitarbeitsfirmen, die Personal an Unternehmen vermieten, die gerade Kräfte brauchen. Besonders junge Menschen, aber auch Arbeitskräfte in Branchen mit stark schwankendem Bedarf wie in der Gastronomie oder an Hochschulen kriegen oft nur befristete „Flex“-Kontrakte, nach deren Ende das Unternehmen keine Verpflichtungen hat. Bloß: Die Bürger mit „Flex“-Kontrakten wählen gar nicht überproportional häufig Wilders.

Die meisten Stimmen wird Wilders nicht aufgrund seiner rudimentären Wirtschaftspolitik ergattern, da sind sich die Experten einig. Sondern wegen seiner Tiraden gegen den Islam und gegen Ausländer. Die knapp fünf Prozent Muslime im Land sind das Thema, an dem Wilders seine Wahlerfolge aufhängt. Dass Wilders’ Politik der Abschottung auch eine wirtschaftliche Abschottung bedeuten würde, scheinen viele seiner Wähler billigend in Kauf zu nehmen.

Hightech-Chips von ASML

Beim wertvollsten Konzern der Niederlande stünden wohl bald die Räder still, sollte Wilders seine Wahlversprechen jemals eins zu eins umsetzen können. Denn ASML ist ein Paradebetrieb der Globalisierung. Das Unternehmen aus Brabant im Süden des Landes verkauft nicht nur jede einzelne seiner bis zu 110 Mio. Euro teuren Lithografiemaschinen zur Chipherstellung ins Ausland. Es importiert auch eine Reihe der wichtigsten Komponenten, die unentbehrlich sind für seine Präzisionsapparaturen. Und im ASML-Hauptquartier nahe Eindhoven, wo alles erdacht und zusammengeschraubt wird, arbeiten mehr als 8000 Menschen aus 104 verschiedenen Nationen: von Indern über Amerikaner bis zu Chinesen. Und natürlich Einheimische.

„Wir bringen hochkomplexe Technologien zusammen, und das können nur wenige spezialisierte Fachleute“, sagt Fabian Wendt. Der 26-jährige Deutsche, Absolvent der RWTH Aachen, lebt seit zwei Jahren in Eindhoven. Besonders angetan hat es ihm das internationale Betriebsklima bei ASML: „Hier sind alle per Du, man redet offen und ehrlich miteinander, und es gibt weniger Hierarchien als anderswo.“ So entwerfen sie hier ihre Maschinen, die groß sind wie ein Autobus – und auf hauchdünne Siliziumscheiben bis zu sieben Nanometer (Milliardstel Meter) kleine Schaltkreise auftragen.

Fabian Wendt (rechts) in der ASML-Kantine mit zwei deutschen Kollegen © Marcel Wogram
Fabian Wendt (rechts) in der ASML-Kantine mit zwei deutschen Kollegen

In Teams bauen Ingenieure, Techniker und Facharbeiter die etwa 100 Tonnen schweren Geräte zusammen. Viele Hauptkomponenten werden schlüsselfertig aus Deutschland und den USA angeliefert: allen voran die Optik, die dazu dient, die gewünschten Strukturen auf den Silizium-Rohling aufzubringen, indem Laserstrahlen durch ein spezielles System von Linsen und Spiegeln gelenkt werden. Sie stammt von Carl Zeiss – die Niederländer haben sich gerade mit einer Milliarde Euro am Halbleiter-Geschäft der Deutschen beteiligt.

Gemeinsam wollen die beiden Partner nun die Entwicklung einer zukünftigen Generation der Extreme-ultraviolet-lithography-Systeme beschleunigen. Setzt sich die Technologie durch, können die Chiphersteller auf noch kleinerem Raum noch leistungsfähigere Halbleiter zu noch geringeren Kosten produzieren. Und ASML, das jetzt schon mehr als 80 Prozent des Weltmarkts kontrolliert, hätte dann ein Quasi-Monopol. Kein Wunder, dass die Marktkapitalisierung des Unternehmens auf rund 50 Mrd. Euro angewachsen ist. An der Börse ist ASML damit etwa doppelt so viel wert wie die Deutsche Bank.

„Wir würden ohne die internationalen Verflechtungen nicht existieren können; dafür ist unser Land viel zu klein“, sagt Vorstand Frits van Hout. „Aber vom grenzüberschreitenden Handel profitieren auch unsere Kunden.“ Und die Verbraucher: Denn erst die Fortschritte von Maschinenherstellern wie ASML ermöglichen den rasanten Fortschritt der Chips – und damit immer leistungsfähigere Smartphones oder intelligentere Herzschrittmacher.

Ein ASML-Techniker im Ganzkörper-Schutzanzug. © Marcel Wogram
Ein ASML-Techniker im Ganzkörper-Schutzanzug. Kein Haar darf die Maschinen verunreinigen

Gegründet wurde ASML 1984: als gemeinsames Projekt des US-Halbleiterherstellers ASMI und von Philips, angesiedelt in einem Hinterhofgebäude auf dem Werksgelände des Elektronikriesen in Eindhoven. Auch Philips war ein multinationales Unternehmen, das viel zu groß für die Niederlande war und seine Produkte in alle Welt exportierte. Als es in den 90er-Jahren kriselte, brachte der Konzern ASML an die Börse – und machte Fabriken vor Ort dicht. Für die Region rund um Eindhoven bedeutete das eine ökonomische Katastrophe; zwischenzeitlich drohte 15 Prozent der Erwerbstätigen die Arbeitslosigkeit. Doch heute geht es den Menschen hier so gut wie nie: dank ASML und einer Reihe weiterer erfolgreicher Hightechbetriebe. Nur vier Prozent aller niederländischen Einwohner erwirtschaften rund 13 Prozent der Exporte und melden mehr als 40 Prozent der landesweiten Patente an.

„Die Menschen hier haben sich auf ihre Stärken fokussiert: Technologie, Design, Innovation“, erklärt Naomie Verstraeten, Programmdirektorin der regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Brainport, den Wiederaufstieg. „Und sie haben verstanden, dass die Niederlande als Markt für viele Unternehmen zu klein sind.“ Brainport hilft mit, die lokalen Betriebe international zu vernetzen – unter anderem durch Partnerschaftsabkommen mit Bayern und Baden-Württemberg.

Es hat sich gelohnt. Die Arbeitslosenquote in der Region liegt unter 5 Prozent, das einst als graue Industriestadt stigmatisierte Eindhoven zieht nun wieder junge, gut ausgebildete Menschen aus aller Welt an. Geert Wilders’ PVV hat bei den vergangenen Wahlen immer unterdurchschnittlich abgeschnitten.

Die Reportage ist in der aktuellen Capital erschienen. Interesse an Capital? Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes, GooglePlay und Amazon


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