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Müntefering für flexiblen Rentenzugang

, Thomas Steinmann und Monika Dunkel

„Länger arbeiten als die Regel muss möglich sein“, sagt Ex-Arbeitsminister Müntefering. Kritik übt er an den Rentenplänen der Koalition.

Franz Müntefering © Getty Images
Franz Müntefering

Ex-Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) hat flexiblere Rege­lungen für den Übergang in den Ruhestand gefordert. Beim Renteneintrittsalter dürfe es „oben keinen Deckel draufgeben. Länger arbeiten als die Regel muss möglich sein“, sagte Münte­fering im Capital-Interview. Alle Arbeitnehmer, die länger als bis künftig 67 Jahre arbeiten wollten, müssten in einem Sonderstatus beschäftigt sein können, etwa in Teilzeit oder projektbezogen, sagte der frühere Arbeitsminister. Es dürfe aber kein „Billigmarkt für Ältere“ entstehen.

Capital 08/2014
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Mehr Flexibilität verlangte Müntefering auch von den Sozialpartnern. „Gewerkschaften und Arbeitgeber hängen oft am Senioritätsprinzip“, sagte er. Dabei sei die Vorstellung „Quatsch“, dass man mit 65 die Spitze der Leistungsfähigkeit erreiche und daher am meisten Gehalt ver­dienen müsse. „Es muss normal werden, dass die letzten Berufsjahre nicht unbedingt die am besten bezahlten sind. Sie müssen auch nicht mehr über so viele Stunden gehen“, sagte der Ex-Sozialminister gegenüber Capital. Bis zum Anschlag zu arbeiten und dann von heute auf morgen aufzuhören, sei „überhaupt nicht gesund und auch nicht menschlich“.

Damit Arbeitnehmer in physisch anstrengenden Berufen länger im Berufsleben bleiben können, schlug Müntefering vor, ihnen zwischen 45 und 55 Jahren einen Jobwechsel zu ermöglichen. „Jeder Mensch kann mehreres. Es erwartet ja auch keiner, dass der Lahm mit 65 noch Kapitän der Nationalmannschaft ist“, sagte der SPD-Politiker. Die Umschulungen könnten mit Geld aus der Arbeitslosenversicherung finanziert werden.

Müntefering sagte, er halte es für ein großes Problem, dass das Renteneintrittsalter zu einer „Zäsur im individuellen Leben“ geworden sei. „Wir sind im Durchschnitt mit 65 Jahren nicht auf dem Altenteil und gesundheitsbedingt im Stillstand. Die meisten haben dann noch zehn oder 15 gute Jahre vor sich“, sagte er. Die aktuellen Rentenbeschlüsse der Großen Koalition nannte er „enttäuschend“. „Alle Zahlen liegen vor. Wir wissen alles über die demografische Welle, die da auf uns zurollt und unsere Leistungsfähigkeit herausfordert“, sagte der frühere SPD-Chef.

Das vollständige Interview lesen Sie in der neuen Capital, die am 24. Juli in den Handel kommt. Das Gespräch mit Müntefering ist Bestandteil unserer Titelgeschichte „Wie lange will ich arbeiten“. Hier können Sie ab dem 24. Juli sich die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


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