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Mobile Pulsmesser

, Georg Dahm

Wir alle brauchen ständig neue Technik. Georg Dahm lotst uns durch den digitalen Dschungel. Diesmal: Pulsmesser

EKG
EKG-Diagramm: Heutzutage kann man seine Gesundheit mobil überwachen

Georg Dahm ist Journalist und Gründer des Wissenschaftsmagazins „Substanz“


Georg Dahm ist Journalist und Gründer des Wissenschaftsmagazins "Substanz". Für Capital schreibt er die Kolumne "Mein digitales Leben"


Wenn ich in unserer Bürogemeinschaft mit meinem Alter kokettieren will, dann gebe ich gerne Anekdoten aus dem Präkambrium des digitalen Publizierens zum Besten: Wie wir Jugendpresseaktivisten, revolutionär in Geist und Technik, unsere Layoutdateien von Akustikkopplern durch analoge Telefonleitungen flöten ließen zum Druckvorlagenbelichter. Wie wir gespannt dem „Füüüüdelüdelüüüüüü“ der Datenübertragung lauschten in banger Erwartung des „BinnnnngBinnnng“, das da verkündete den Sprung auf das, was uns damals als Highspeed-Verbindung galt.

Es hat so genervt. Wie dankte ich dem Schöpfer für die Erfindung von ISDN und DSL. Und wie schockiert war ich, als meine erste Sportuhr mich zurückwerfen wollte in die Vorzeit der Datenübertragung. Es war eines der ambitionierteren Modelle des Marktführers Polar, kryptischer Name, noch kryptischere Bedienung – und ein winziger Lautsprecher, der die von Brustgurt und Schrittsensor gesammelten Daten in das Mikrofon des Rechners pfeifen sollte. Ohne mich. Genervt harrte ich aus, bis Polar endlich einen Bluetooth-Pulsgurt auf den Markt brachte. Der dann nur mit Android-Telefonen funktionierte und seine Knopfbatterien schneller weglutschte als die Nachbarskinder ihre Brauselollis – aber immerhin: Trainingsdaten direkt in die App. Schick.

Cover der neuen Capital
Die aktuelle Capital

Noch schicker: trainieren ganz ohne Pulsgurt. Dass so was geht, haben viele erst durch die Apple Watch mitbekommen. Diese flackernden Leuchtdioden auf der Rückseite, die den Blutfluss des Trägers durchleuchten? Die finden sich längst in allerlei Uhren. Zum Beispiel in der monströsen Adidas Micoach Smart Run. Oder in der schlankeren, aber nicht unbedingt schöneren Runner Cardio von Tomtom. Oder der ästhetisch indiskutablen Mio Alpha.

Außerhalb des Trainings kann niemand solche Gebilde am Arm tragen wollen, weswegen ich Teilzeitlösungen bevorzuge. Sehr gerne laufe ich etwa mit dem Bluetooth-Pulsarmband Mio Link: schlank, kooperiert mit den wichtigsten Trainingsapps, und es beschränkt sich auf eine Mehrfarb-LED, die den aktuellen Herzfrequenzbereich anzeigt.

Ganz anderer Ansatz: der Bluetooth-Kopfhörer Jabra Sport Pulse, dessen Infrarotsensor den Herzschlag unter der dünnen Haut im Ohr misst. Damit das funktioniert, müssen die Stöpsel gut verankert werden, weswegen verschiedene Gummiaufsätze mitgeliefert werden. Damit hält – und klingt – der Funkkopfhörer ziemlich gut, auch wenn ich es etwas unangenehm finde, mit versiegelten Gehörgängen zu laufen.

Tatsächlich freunde ich mich wieder mit einer Dauerlösung an: Der Charge HR, das neueste Modell des Schrittzähler-Pioniers Fitbit, misst den Puls mittels zweier Leuchtdioden, integriert in das Armband. An diesen Daten erkennt der Fitbit auch erstaunlich genau, wann ich einschlafe und aufwache, und protokolliert das in der Begleitapp. Dazu kann ich schwer Nein sagen.

Und mit diesen Worten laufe ich in den Sonnenuntergang: Dies ist die letzte Folge von „Mein digitales Leben“ – mein analoges Leben als Firmengründer fordert seinen Tribut. Ich habe gerne für Sie geschrieben. Danke fürs Lesen!

Anlegen

Fitbit Charger

Der Fitbit Charge HR misst den Herzschlag
rund um die Uhr – neben Trainingsdaten
liefert er so auch ständig den aktuellen Ruhepuls.
149,95 Euro, fitbit.com

 

 

Mitzählen

Mio Link

Das Trainingsarmband Mio Link
findet schnell den Puls und überträgt
die Livedaten per Bluetooth an
Apple- und Android-Telefone.
99,95 Euro, medisana.de

 

 

Reinhören

Jabra Sport Pulse

Der leichte und gut klingende
Funkkopfhörer Jabra Sport Pulse
Wireless
misst den Puls im Ohr.
Die Daten fließen in Trainingsapps ein.
Ab 184 Euro, z. B. bei amazon.de

 

 

 

Hier können Sie sich die iPad-Ausgabe der neuen Capital herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


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