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Mitarbeiter strafen SAP-Führung ab

, Jenny von Zepelin

Schlechte Stimmung in Walldorf: Bei der jährlichen Mitarbeiterbefragung erhält das SAP-Management einen Denkzettel für die Irritationen rund um Führungswechsel und Neuausrichtung.

SAP-Zentrale in Walldorf © SAP AG / Stephan Daub
SAP-Zentrale in Walldorf

Der Vorstand des größten europäischen Softwarekonzerns hat einen Denkzettel von seinen Mitarbeitern bekommen. Die Umfrageergebnisse in der jährlichen Mitarbeiterbefragung sind deutlich schlechter ausgefallen als im Vorjahr. Vor allem im Heimatland Deutschland sind die Ergebnisse zum Teil desaströs. Die Führungsregie räumte am Donnerstag in einem Schreiben an die Mitarbeiter, das Capital vorliegt, ein, dass es „ohne Zweifel  in diesem Jahr zu mehr Unsicherheit unter den Mitarbeitern“ gekommen sei.

Das liegt vor allem am erneuten Managementwechsel und der tiefgreifenden Neuausrichtung des Unternehmens. Das analysiert auch der Vorstand so in seinem Schreiben. Hinzu kommen wiederholte Querschläge von Aufsichtsratschef Hasso Plattner, der in den vergangenen Monaten in mehreren Interviews seinen Unmut insbesondere über die Mitarbeiter in der Walldorfer Firmenzentrale geäußert hatte.

Eigentlich ist die Mitarbeiterzufriedenheit bei SAP traditionell stets sehr hoch gewesen. Viele SAPler arbeiten seit einem oder zwei Jahrzehnten bei der Softwareschmiede. Insbesondere die sehr gut ausgebildeten Entwickler wissen, dass der Erfolg des Konzerns in erster Linie von ihrem Know-how und Einsatz abhängt.

"Das Walldorf-Syndrom" in der neuen Capital

An der aktuellen Mitarbeiterbefragung haben sich 77 Prozent der rund 66.000 SAP-Beschäftigten beteiligt. Ein im Vergleich zu anderen Unternehmen hoher Wert, der jedoch gegenüber der letzten Befragung um zwei Prozentpunkte zurückgegangen ist und weit unter dem vom Management angepeilten Wert von 82 Prozent liegt. Von den Unternehmenszielen sind insgesamt 83 Prozent überzeugt, ebenfalls ein Rückgang von vier Prozentpunkten.

Ganz schlechte Werte bekam die SAP-Führung für  Strategie und Ausrichtung. Mit 65 Prozent lag hier die Zustimmung neun Prozentpunkte unter dem Wert der letzten Erhebung. Hinzu kommt, dass in Deutschland der Wert mit 57 Prozent noch niedriger liegt.

Wie die Stimmung in Walldorf ist, haben wir uns in den vergangenen Wochen angeschaut und im aktuellen Heft ausführlich beschrieben. Hier können Sie sich die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


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